Werden Weine im Keller wirklich besser?

Für besondere Anlässe liegen in vielen Kellern edle Weine bereit. Doch oft ist die Enttäuschung gross, wenn der Wein nicht so gut ist, wie erwartet. Ein «À point» über die richtige Lagerung von Wein und was man mit einem überlagerten Wein tun kann.

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Nach wie vor ist die Ansicht weit verbreitet, dass Weine besser werden, wenn man sie ein paar Jahre lagert. Doch diese Regel gilt nur für eine kleine Zahl der heutigen Weine. Der Grossteil der erzeugten Weiss- und Rotweine ist vielmehr dazu bestimmt, innerhalb von ein bis zwei Jahren nach der Abfüllung getrunken zu werden. Mit anderen Worten: Mehr als zehn Jahre lange Flaschenlagerung bekommt nur wenigen Weinen wirklich gut.

Ob ein Wein in Würde zu altern vermag, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Die wichtigsten sind: Die Herkunft (Lage, Boden, Klima), die Traubensorte(n), der Stilistik, die Philosophie des Weinproduzenten und die Charakteristiken eines spezifischen Jahrgangs.

Konstante Temperatur und feuchte Luft

Einen Einfluss haben auch die Lagerbedingungen: Weine sollten in einem dunklen Raum bei einer Temperatur von 14-16° Celsius gelagert werden. Wenn die Temperatur zwei, drei Grad wärmer oder kälter ist, ist das nicht weiter schlimm. Wichtig ist aber, dass die Temperatur möglichst konstant bleibt. Zudem sollte die Luftfeuchtigkeit zirka 70 Prozent betragen. Wenn die Luft zu trocken ist, werden die Korken spröde und undicht.

Wegschütten muss man keinen Wein

Indizien dafür, dass ein Wein seinen Zenit überschritten hat, sind die markanten Brauntöne und oxydative Aromen (Sherry oder Madeira), Bitternoten, Faultöne und verkochte Fruchtaromen. Zudem fehlt es solchen Weinen an Dichte und Geschmacksharmonie. Überlagerte Weine muss man aber nicht wegschütten, man kann sie immer noch zum Kochen brauchen oder mit ihnen Essig erzeugen.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Ruedi Trefzer