Zahnstocher - unentbehrlich aber verpönt

Obwohl der Zahnstocher das älteste Instrument zur Zahnreinigung ist, ist seine Verwendung bei Tisch verpönt. Doch das war nicht immer so.

Im Gegensatz zu heute, war es früher noch schicklich, Zahnstocher zu verwenden.
Bildlegende: Im Gegensatz zu heute, war es früher noch schicklich, Zahnstocher zu verwenden. Colourbox

Essenreste zwischen den Zähnen sind störend und es ist deshalb naheliegend, dass unsere fernen Vorfahren versucht haben, diese mit einem dünnen, länglichen Gegenstand zu entfernen. Dies war früher beispielsweise ein Grashalm, ein Holzspan oder ein Federkiel.

Im Laufe der Geschichte wurden Zahnstocher dann auch aus beständigeren, teilweise auch edleren Materialien wie den Schnurrbarthaaren von Walrossen, Knochen, Horn, Elfenbein sowie verschiedenen Metallen hergestellt. Doch Holz war und ist auch heute noch das gebräuchlichste Zahnstocher-Material.

Im Gegensatz zu heute, wo es als unschicklich gilt, wenn man in der Öffentlichkeit einen Zahnstocher benutzt, war seine Verwendung einst Ausdruck «feiner Manieren». Edelleute trugen kostbare Zahnstocher aus Gold, Silber oder Elfenbein in Behältern an einer Halskette und demonstrierten auch auf diese Art ihren Wohlstand.

Auch wenn er heute bei Tisch nicht mehr seinen ursprünglichen Zweck erfüllen darf, ist der Zahnstocher nach wie vor ein nützliches Utensil: In der Küche bespielweise zum Fixieren von Rouladen oder zum Halten von Maiskolben.

Moderation: Ladina Spiess, Redaktion: Rudolf Trefzer