Durch Mark und Bein

Durchdringende Geschichten erzählen die Gäste von Kurt Aeschbacher.

Adrenalinsportler Kilian Braun sucht den Kick auf Schlittschuhen oder Inlineskates. Mit 46 erhielt Anita Sauter die Diagnose Parkinson; dank eines Hirnschrittmachers hat sie die Krankheit heute im Griff. Der gelernte Maurer Peter «Pesche» Hofer hat eine neue Baustelle: Er wurstet auf dem Dentenberg. Und: Ruth Schütz wurde vom Leben mehrmals durchgeschüttelt – Verbitterung kennt sie nicht.

Beiträge

  • Kilian Braun

    braucht den Kick und liebt das Adrenalin. Der Extremsportler fährt «Ice Cross Downhill». Gegen seine gleichzeitig startende Konkurrenz donnert er auf Schlittschuhen durch einen hindernisreichen Eiskanal. Im Sommer ist es nicht weniger gefährlich, dann nämlich brettert er mit Inlineskates die Beton-Bobbahn hinunter – mit 80 Kilometern pro Stunde. Harte Schläge, blaue Flecken oder eine ausgekugelte Schulter: Er kann es einfach nicht lassen. Ein Kontrastprogramm findet der Luzerner in seinem Beruf als Kinderspielplatzbauer. Da geht Sicherheit vor.

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  • Anita Sauter

    lebt seit zwölf Jahren mit einem Untermieter. So nennt die 58-Jährige die Krankheit Parkinson, die sich in ihrem Körper eingenistet hat. Als sich die Symptome zusehends verschlechtern und sie für kurze Wege vom Schlafzimmer ins Bad bis zu einer halben Stunde braucht, entscheidet Sauter sich für einen Hirnschrittmacher. Seither hat sich ihr Untermieter von einer Zehnzimmerwohnung in eine Dachkammer verzogen und lässt sich nicht mehr so oft blicken.

  • Peter «Pesche» Hofer

    ist Wurster wider Willen. Vor ein paar Jahren bietet sich ihm und seiner Frau Gabriela die Chance, das Restaurant Dentenberg in der fünften Familiengeneration weiterzuführen. Der ausgebildete Maurer und Hochbauzeichner will die Tradition des Störmetzgers auf dem Betrieb fortsetzen und lernt das Handwerk von den alten Profis, die teils noch mit antiken Maschinen wursteten. Zurück zur Baubranche zieht es Pesche längst nicht mehr, denn: «Wursten ist wie Yoga», freut sich der Berner mit einem entspannten Lächeln.

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  • Ruth Schütz

    hört immer wieder, sie sei eine aussergewöhnliche Frau mit einer bewundernswerten Stärke. «Ich habe mir das Leben so einrichten müssen, damit ich zufrieden sein kann», sieht sich die 75-Jährige. Nach dem Tod ihrer Tochter im Alter von drei Jahren verliert sie 1988 ihr zweites Kind durch einen Motorradunfall. Schütz selbst ist bei Pflegeeltern aufgewachsen und hat ihre leiblichen Eltern nie kennengelernt. «Es bringt nichts, zu fragen ‘warum ich?’», erklärt die pensionierte Sozialarbeiterin, «aber akzeptieren kann und will ich es trotzdem nicht.»