Ein Kommen und ein Gehen

Ein Kommen und ein Gehen bei Bei Kurt Aeschbacher: Trucker und Tenorsänger Winni Biermann, Fahrschullehrerin Zuhal Öktem, Männerarzt Marco Caimi und Totengräber Willi Gasser.

Aeschbachers Gäste sind immerzu in Bewegung und bleiben sich doch selber treu. Beim Trucker Winni Biermann geht die Post ab, seit er als klassischer Tenorsänger entdeckt wurde. Trotzdem lenkt er tagein und tagaus seinen Laster über die Strassen. Fahrschullehrerin Zuhal Öktem bringt jungen Einwanderern mit viel Akribie und froher Laune das Autofahren bei. Eine vielbesuchte Arztpraxis für Männer, die aus ihrer Rolle gefallen sind, führt Marco Caimi. Und ein Leben für Verstorbene – Willi Gasser ist seit über einem halben Jahrhundert ein inbrünstiger Totengräber.

Beiträge

  • Winni Biermann

    Winni Biermann

    Von der Fahrerkabine eines 40-Tönners auf die Showbühne und zu einem Plattenvertrag – für den 47-jährigen Trucker Winni Biermann erfüllte sich ein unglaublicher Traum. Urplötzlich schmettert er vor grossem Publikum Operetten- und Opernarien, nachdem er beim Singen auf einer seiner Berufsfahrten entdeckt wurde. Der Tenor kann sein junges Glück kaum fassen, will seinem angestammten Beruf aber treu bleiben und weiterhin Kipperladungen Baustoff durch seine Heimat Deutschland befördern. (Der Beitrag mit Winni Biermann kann aus rechtlichen Gründen leider nicht mehr abgespielt werden)

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  • Zuhal Öktem

    Ihre Fahrschülerinnen und -schüler kommen aus allen Herren Länder – ist die quirlige Fahrschullehrerin Zuhal Öktem doch ein Geheimtipp unter angehenden Automobilisten. Weil die Immigranten kaum Deutsch sprechen und sich ihre türkischstämmige Lehrerin denn auch nicht geniert, mit Händen und Füssen die Verkehrsregeln zu erklären, hat der Unterricht schon fast Kultstatus. So versteht sich Zuhal Öktem inzwischen auch als Integrationshelferin – mit viel Humor und noch mehr Temperament.

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  • Marco Caimi

    Bei ihm geben sich orientierungslose und angeschlagene Männer die Klinke in die Hand – denn das Rollenbild des Mannes scheint vor allem den Mann selber auszuhöhlen. In der ersten Schweizer Männerpraxis von Marco Caimi können die Kunden Dampf ablassen und sich ausweinen. Diese sind im Alltag oftmals überfordert, wenn sie Softie und Macho, Blusenglätter und Handwerker, Gentleman und Kumpel in einer Person sein sollen. Und Männerarzt Caimi beobachtet, «dass der Mann heute alles nur noch falsch macht».

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  • Willi Gasser

    Er erweist Verstorbenen den letzten Dienst – in bester Manier und mit viel Fingerspitzengefühl. Seit 60 Jahren sargt Willi Gasser sterbliche Überreste ein. Ungefähr 3000 Särge hat der heute 80-Jährige Totengräber ins Grab gesenkt. Schon als Bub faszinierten den Diepoldsauer Hingeschiedene und Beerdigungen. Wie andere Knaben Lokführer oder Pilot werden wollen, war es für Willi Gasser sinnvoll und erstrebenswert, den letzten Gang von Verstorbenen festlich mitzugestalten.