Fragil

Haarschmuckkünstler Jakob Schiess, Daniel Bachmann alias Skor, Choreograph Martin Schläpfer und Mutter Evelyn Kaufmann sind Kurt Aeschbachers Gesprächspartner in der Labor-Bar.

Fragil und doch beständig – diese Gäste erzählen bei «Aeschbacher» aus ihrem bewegenden Leben: Jakob Schiess fertigt aus alten Zöpfen edelstes Geschmeide – damit lässt er ein altes Kunsthandwerk aufleben; Poesie aus dem Zürcher «Chreis Cheib» – Daniel Bachmann beschreibt seine Beobachtungen in Songtexten, die er lyrisch rappt; ganz und gar dem Tanz verschrieben – Martin Schläpfer steuert als Choreograph die Weltspitze an; und wenn ein Kleinkind plötzlich stirbt – Evelyn Kaufmann über die Trauerarbeit als Mutter und ihren klaren Entscheid, das Töchterchen zur Organspende freizugeben.

Beiträge

  • Jakob Schiess

    flicht aus Menschenhaar filigranste Schmuckstücke. Der Appenzeller wendet zig Stunden auf, bis seine aufwendigen Kunstwerke aus dem lebendigen Material gefertigt sind, um schliesslich Dekolleté, Handgelenk, Finger oder Ohr seiner Auftraggeberin zu schmücken. Schweizweit ist das Kunsthandwerk des «Haarbildners» beinahe ausgestorben. Dank Jakob Schiess‘ brennender Freude am Haarflechten und dem dicken Geduldsfaden für sein fragiles Oeuvre wird es jetzt wiederentdeckt.

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  • Daniel Bachmann

    kennt den Zürcher «Chreis Cheib» wie seine eigene Hosentasche. Schliesslich lebt der 30jährige seit Jahren im Langstrassenquartier, wo die harten Kerle um die Häuser ziehen. Als Türsteher von angesagten Clubs oder als Veranstalter scannt Bachmann jeweils taktvoll sein Gegenüber. Und als Rapper Skor lässt er mit Feingefühl seine Impressionen und Entdeckungen brodeln, bis sie zu poetischen Songs destilliert sind.

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  • Martin Schläpfer

    ist vom Tanz besessen und sagt gar von sich selber, er sei «etwas wahnsinnig». Als Tänzer, Choreograph und Ballettdirektor hat er den Sprung in die internationale Elite geschafft und erhielt im vergangenen Jahr den ersten Schweizer Tanzpreis . Mit 15 Jahren wurde der zurückhaltende und bodenständige Bauernsohn auf dem Eisfeld für das Ballett entdeckt. Heute gilt er als Modernisierer des klassischen Tanzes und leitet eine der grössten Kompanien Deutschlands.

    Foto: © BAK/ Gregory Batardon

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  • Evelyn Kaufmann

    hat zum Teil schwierige und bewegende, aber vor allem bereichernde Jahre hinter sich. Aliena, ihr drittes Kind, kam mit einem ausgeprägten Wasserkopf zur Welt, was sie nie als ein Schicksalsschlag empfand, sondern vielmehr als Bereicherung. Evelyn und ihr Ehemann freuten sich immer darüber, was ihre kleine Tochter konnte und hielten sich nie darüber auf, was sie nicht konnte. Als Aliena mit zwei Jahren ganz unerwartet gestorben ist, haben sie ihr Kind zur Organspende freigegeben.

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