Parallelwelten

Zu Gast im Labor bei Kurt Aeschbacher: Philosoph Anestis, Hochsensible und Autorin Evelyn Reimann, Doktor für Gartenzwerge Max Schott und Christian Kurmann, der sein Leben komplett umkrempelte.

Es scheint, als kämen Aeschbachers Gäste von einem anderen Stern. Dabei stehen sie mit beiden Beinen mitten im Leben. Philosoph Anestis trägt Frauenkleider – mitunter um die eigene Schüchternheit zu überwinden. Evelyn Reimann bricht ein Tabu – sie ist von Hochsensibilität betroffen und will dieses Phänomen öffentlich machen. Ein Doktor für Gartenzwerge – Max Schott restauriert die fidelen Gestalten aus den Vorgärten. Und grosse Wende – nach der Diagnose Hirntumor verfolgt Christian Kurmann ein ganz anderes Lebensziel.

Beiträge

  • Christian Kurmann

    hat seinen Lebensentwurf um 180 Grad umgekrempelt. Als exzessiver Topmanager in der internationalen Hotellerie arbeitete der Luzerner bis zu 100 Stunden in der Woche. Er kurvte mit seinem Maserati durch die Strassen, genoss einen aufstrebenden Lebensstil. Dann wurde bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert. Kurmann verweigerte eine schulmedizinische Behandlung. Stattdessen reiste er nach Bhutan, wo er wochenlang meditierte und sich läuterte. Heute führt Kurmann ein einfaches Leben. Und er coacht CEOs, damit diese vermehrt auf ihr Bauchgefühl hören, wenn es um das Fällen von Entscheidungen geht.

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  • Max Schott

    haucht alten Gartenzwergen neues Leben ein. Der Bieler flickt mit Holzmehl und Gipsbinden abgebrochene Arme oder Zipfelmützen. Oder er streicht verwitterte Wichtelmännchen mit Farbe neu an und poliert sie auf. Die Patienten von Doktor Gartenzwerg stammen aus den Gärten der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland. Dabei geht Pensionär Schott die Arbeit kaum aus. Kalte Wintertage und wüste Sommergewitter sorgen in der Zwergenpraxis für ständigen Nachschub.

  • Evelyn Reimann

    geht als Hochsensible mit dünnster Haut durch das Leben. Äussere und innere Reize nimmt die 36-Jährige seit ihrer Kindheit wie durch einen Verstärker wahr; Eindrücke saugt sie wie ein Schwamm auf. Da die Verarbeitung der Erlebnisse und Empfindungen für Reimann äusserst ermüdend sind, folgen Erschöpfung und tiefste Verzweiflung, die bis zu Suizidgedanken führen können. Die hochsensible Frau will mit ihrer Lebensgeschichte ein Tabuthema öffentlich machen – auch um anderen Betroffenen Mut zuzusprechen.

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  • Anestis

    läuft seit eineinhalb Jahren in Frauenkleidern herum. Dabei ist der 28-jährige Mann weder ein Transsexueller noch ein Transvestit. Mit seinem Habitus will der Philosoph und Wissenschaftshistoriker ganz einfach von den ständigen Geschlechterdiskussionen ablenken und einen neuen Dialog eröffnen. Derzeit wohnt und arbeitet Anestis im Zürcher Museum Helmhaus, wo er mit elf anderen Personen das Zusammenleben zur Kunst erklärt.

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