Reife Leistung

Kurt Aeschbacher begrüsst im Labor: Maturand und Dokumentarfilmer Jann Kessler, die Berner Troubadouren «Tomazobi», Biologe Clemens Arvay und Edith Freidig, die ihr Leben lang ihr Bergbauernleben auf Super-8-Kamera festhielt.

Seine Maturaarbeit ist jetzt im Kino: Jann Kesslers Debüt «Multiple Schicksale» ist ein Dokumentarfilm über seine Mutter, die Krankheit MS und den Mut zu leben. Die Guerilla-Troubadouren Tomazobi kombinieren Klamauk, Komik und Kunterbuntes. Warum der Wald den Menschen guttut: Biologe Clemens Arvay erklärt die Heilung aus dem Wald. Und: 1959 kauft sie sich eine Super-8-Kamera und hält ihr einfaches Bergbauernleben sowie ihre weit treibende Reiselust auf Film fest: Edith Freidigs Bilder erzählen von einer fast vergessenen Zeit.

Beiträge

  • Jann Kessler

    war fünf Jahre alt, als seine Mutter an Multipler Sklerose erkrankte. Je mehr die Krankheit seine Mutter veränderte, desto mehr distanzierte sich Jann von ihr. Der Thurgauer nahm dann die Maturaarbeit zum Anlass, seine Mutter verstehen zu lernen. Da sie selber nicht mehr sprechen konnte, machte er sich auf die Suche nach anderen MS-Betroffenen und wurde fündig – nicht nur mit berührenden Porträts, sondern auch mit Antworten auf Fragen, denen er jahrelang aus dem Weg gegangen war.

  • Tomazobi

    singen, spielen und spassen, wann, wo und wie verkatert auch immer sie sind. Die Guerilla-Troubadouren aus Bern, die «als Trio zu viert» auf der Bühne stehen, lassen sich bei ihren Auftritten von Spontanität und Situationskomik nur allzu gern inspirieren. Die Pausen zwischen den Liedern sind bisweilen länger als die Stücke, doch nicht minder unterhaltend. Wer einen Rollkoffer als Büro und eine Waschküche als Tonstudio besitzt, hat auch so allerhand zu berichten.

  • Clemens Arvay

    weiss um die Wohltaten des Waldes: Alleine schon der Aufenthalt dort stärkt das Immunsystem; Bäume senden unsichtbare Substanzen aus, die gegen Krebs wirken; Pflanzen kommunizieren mittels chemischer Moleküle – einerseits untereinander, anderseits aber auch mit dem Menschen. In seinem Buch «Der Biophilia-Effekt» beschreibt der Österreicher das dichte und faszinierende Kommunikationssystem des Waldes und die Art und Weise, wie Menschen aus der Kraft der Natur schöpfen können.

  • Edith Freidig

    lebt seit 50 Jahren als Bergbäuerin in Lenk. Mit ihrem Mann Werner bewirtschaftete sie das Land ohne Maschinen, dafür mit Rechen, Sense und Holzschlitten. Ärvelen und Dängelen – das war Werners handwerkliche Landwirtschaft. Reisen und Filmen – das war Ediths grosse Leidenschaft. So war die Schmalfilmkamera stets mit dabei. Ob in Japan oder im heimischen Simmental, das liebste Motiv war ihr immer der geliebte Mann. Die Bilder sind bewegende Dokumente einer beinah vergessenen Zeit, woran sich die bald 86-Jährige noch immer gerne zurückerinnert.