Kinderschutz oder Behördenwahn?

Segeltörn für schwierige Jugendliche, fremdplatzierte Kinder, entmündigte Eltern – seit das neue Schutzrecht in Kraft ist, reissen die Schlagzeilen nicht ab. Ineffizient und zu teuer, sagen die Kritiker. Wirksam und angebracht, sagen die Befürworter.

Als das neue Kinder- und Erwachsenenschutzrecht eingeführt wurde, war man sich sicher: Jetzt wird alles besser. Bis dahin hatten Laien in den Gemeinden über fürsorgerische Massnahmen für Kinder und Erwachsene entschieden. Seit 2013 beurteilen und entscheiden spezialisierte Fachkräfte diese Fälle. Die Gemeinde selbst hat nichts zu sagen, muss aber vielfach die angeordneten Massnahmen bezahlen.

Nun häufen sich die Kritiken gegen die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde KESB. Zwei Jahre nach der Einführung sehen die Gegner die KESB bereits gescheitert. Zu teuer sei sie, überprofessionalisiert und nicht mehr dem Wohl der Kinder verpflichtet.

Die Befürworter verstehen die Kritik nicht. Klar gäbe es Optimierungspotential, doch die meisten Entscheide seien richtig. Sie sehen es als Chance, dass die häufig sehr schwierigen Fälle nicht mehr von Laien, sondern von spezialisierten Fachkräften beurteilt würden.

In der «Arena» diskutieren:

Zudem im Studio:

  • Zoë Jenny, Schriftstellerin und KESB-Kritikerin

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