Verdingt, versorgt, misshandelt - und nun entschädigt?

Jahrzehntelang wurden in der Schweiz Verdingkinder und Heimkinder misshandelt und ausgenutzt. Viele leiden noch heute darunter. Die Wiedergutmachungs-Initiative verlangt einen Fonds von 500 Millionen Franken, um die Betroffenen zu entschädigen. Ist dies der richtige Weg?

Geschätzte 20‘000 ehemalige Opfer von Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen leben heute noch. Geht es nach den Initianten, würden sie je rund 25‘000 Franken Wiedergutmachung erhalten. Dem Bauernverband und einem Teil der Bürgerlichen geht dies zu weit. Sie wollen die Entschädigungen auf Härtefälle beschränken, lehnen eine pauschale Wiedergutmachung ab.

Eine weitere Forderung der Wiedergutmachungs-Initiative ist, dass dieses dunkle Kapitel der Schweizer Geschichte wissenschaftlich aufgearbeitet wird. Dies und eine substanzielle finanzielle Wiedergutmachung für die Opfer verlangt auch ein vom Bund eingesetzter Runder Tisch aus Betroffenen und Fachleuten.

Braucht es da die Initiative noch? Wie hoch ist eine «angemessene Entschädigung»? Und wer soll das Geld dafür aufbringen?

In der Arena diskutieren:

Jacqueline Fehr, Vizepräsidentin SP, Nationalrätin SP/ZH

Guido Fluri, Initiant Wiedergutmachungs-Initiative, Unternehmer

Markus Ritter, Nationalrat CVP/SG

Luzi Stamm, Nationalrat SVP/AG

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