Kambodscha-Auswanderer Peter Krüsi jobbt in der Schweiz

Seit Mitte April ist Peter Krüsi nun in der Schweiz. Er arbeitet als Chauffeur im Grandhotel Giessbach bei Brienz im Berner Oberland. Peter Krüsi ist nicht freiwillig hier. Weil die Geschäfte in Kambodscha nicht mehr so gut laufen, muss er finanziell nachhelfen.

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«Es ist, wie es ist, und ich mache das Beste daraus»

2:52 min, vom 12.5.2017

Grandhotel Giessbach, 7:59 Uhr morgens:

Peter Krüsi meldet sich per Fingerabdruck zur Arbeit. «Die schweizerische Pünktlichkeit habe ich in Asien nicht verloren.» Zuerst holt er im Büro seine Aufträge für den Tag. Gäste hat es Ende April noch nicht so viele.

Peter Krüsi arbeitet zur Zeit im Grandhotel Giessbach bei Brienz

Bildlegende: Peter Krüsi arbeitet zur Zeit im Grandhotel Giessbach bei Brienz SRF

Draussen nieselt es. Peter mag dieses nasskalte Wetter überhaupt nicht. Alles unter 25 Grad fühlt sich für ihn kalt an. Die Arthrose in seiner Hüfte macht ihm hier in der Schweiz viel stärker zu schaffen als in Kambodscha. Doch er beisst die Zähne zusammen und beginnt, bewaffnet mit einer Zange und einem Eimer, den Rundgang auf der Suche nach Müll.

Dabei wird der Kambodscha-Auswanderer nachdenklich: «Als ich wieder in der Schweiz war, fragte ich mich plötzlich, was machst du hier überhaupt? Das ist nicht mehr deine Welt.» Hier in Europa sei alles viel zu sehr geregelt und es gehe vor allem ums Geld. «Die Lebensqualität in Asien ist für mich höher!»

Dann fährt Peter mit dem Hotelbus nach Brienz. Er hat einige Besorgungen zu erledigen und wartet am Bahnhof auf Gäste. Aber bei diesem Wetter kommt niemand. Peter fährt wieder hoch zum schönen Hotel an den Giessbachfällen. Hier ist es idyllisch, ruhig und kalt.

Peter freut sich bereits jetzt darauf, endlich wieder bei Moni in Kambodscha zu sein

Bildlegende: Peter freut sich bereits jetzt darauf, endlich wieder bei Moni in Kambodscha zu sein SRF

Peter bewohnt im Personalhaus ein kleines Dachzimmerchen. So kann er Geld sparen und einen langen Arbeitsweg vermeiden. Aber es ist auch sehr einsam hier. Er vermisst seine Freundin Moni. Sie muss nun das gemeinsame Guesthouse «Swissvilla» in Kambodscha alleine führen. Im Moment habe sie ein volles Haus, freut sich Peter.

Fast täglich haben die beiden Kontakt über Social Media. Sieben Monate werden sie nun getrennt sein, so lange, wie nie zuvor. Doch Peter mag nicht jammern: «Der Job hier gefällt mir gut, und schon bald kann ich wieder zurück. Dahin, wo ich zuhause bin, nach Sihanoukville Kambodscha.»

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