Schweden

Die Leidenschaft für Hunde tragen Caroline Schneider und Daniel Schafer schon seit Kindsbeinen in sich. Daniels Vater bildet Sprengstoffspürhunde aus. So lernt Daniel schon als kleiner Bub den Umgang mit Arbeitshunden. Bei Caroline gehören Appenzeller- und Berner Sennen-Hunde zum Familienleben.

Caroline Schneider (37) und Daniel Schafer (34) lernen sich schon als Teenager kennen und lieben. Als sie sich gemeinsam den ersten Schlittenhund zulegen – ein Malamuten-Mädchen namens Alaska – denken sie nie daran, dass sie einst ein ganzes Rudel dieser Hunde besitzen würden. Denn Alaska treibt ihre Besitzer zu Beginn fast in den Wahnsinn – neben dem Nervenkostüm von Caroline und Daniel leidet auch die ganze Wohnungseinrichtung.

Caroline Schneider und der Daniel Schafer

Bildlegende: Schweden Caroline Schneider und Daniel Schafer SRF

Doch nachdem die Anfangsschwierigkeiten überwunden sind, legen sich Caroline und Daniel einen weiteren Hund zu. Und dann noch zwei. Und so weiter. Bis sie fast ein Dutzend Schlittenhunde besitzen, Malamuten und Grönländerhunde. Zu diesem Zeitpunkt wohnen sie schon im abgelegenen Weiler Rossgraben bei Hinterfultigen. Dort finden sie genügend Platz, um für ihre Hunde eine grosse Zwingeranlage zu bauen.

Mehr Platz für ein Rudel Schlittenhunde

Trotzdem wird es ihnen und ihren Hunden in der Schweiz irgendwann zu eng. Es reift der Plan auszuwandern. Zuerst träumen Caroline und Daniel von Kanada, aber dann entscheiden sie sich für den nördlichen Teil von Schweden.

Beide haben sie anspruchsvolle, zeitintensive Berufe und deshalb sehen sie sich fast nur noch beim Zähneputzen. Caroline Schneider arbeitet als PR-Fachfrau bei einer Basler Bank. Daniel Schafer ist bei der Kantonspolizei Bern tätig (Fachstelle für Lärm, Akkustik und Lasertechnik). Caroline und Daniel erhoffen sich von ihrer Auswanderung, mehr Zeit für ihre Hunde, aber auch für sich selbst zu finden.

Caroline Schneider und Daniel Schafer

Bildlegende: Schweden Leidenschaft für Schlittenhunde SRF

Polarhunde vom Eigergletscher

Daniel Schafer betreute früher die Polarhunde auf dem Eigergletscher. Während 96 Jahren wurden dort Grönländerhunde zuerst für die Versorgung der Bauleute beim Tunnelbau, danach als einmalige Touristenattraktion auf dem Jungfraujoch eingesetzt. Ursprünglich vermittelt wurden die Hunde vom legendären Polarforscher Roald Amundsen.

2009 wurde die Kolonie aufgelöst. Ein paar der Grönländer fanden bei Daniel und Caroline Unterschlupf. Weitere Hunde übernahm Daniels Freund Rolf Geiser, der auch auf dem Eigergletscher arbeitete. Der ausgebildete Koch Rolf wird zusammen mit seiner Frau Silvia, seiner Tochter Lena und den Hunden ebenfalls nach Schweden mitauswandern.

Gemeinsam übernehmen sie die Campinganlage «Sandsjögarden» -  mit 15 Hütten, einem Restaurant und einer Bastu, der schwedischen Version einer Sauna.