Von den Ureinwohnern Australiens lernen

Miriam und Jules Landolt träumen davon, der Urbevölkerung Australiens Gehör zu verschaffen. Zusammen mit ihren vier Kindern übernimmt das Paar ein Luxusresort an der Ostküste Australiens, wo sie kulturelle Programme mit Aborigines anbieten. Triebfeder des Projektes ist Mutter Miriam.

Familie Landolt in Australien.

Bildlegende: Familie Landolt in Australien. SRF

Miriam Landolt (45) reiste als 20-Jährige erstmals nach Australien und blieb über ein Jahr dort. Sie hat sich in Land und Leute verliebt und steht seit damals in engem Kontakt mit den Ureinwohnern vom Stamm der Gumbaynggirr. Später steckte sie auch Ehemann Jules (51) mit ihrem «Australien-Virus» an. Die beiden liessen sich sogar von einem Ureinwohner in «down under» trauen. Ob das Ehepaar damals bereits den Grundstein für ihr späteres Auswandern legte? Doch zunächst gründeten sie eine Familie im beschaulichen Glarus, Jules Heimat. Mirja, Julian, Jelena und Jannis machten das Familienglück perfekt. Jules übernahm einen Job als Finanzchef Schweiz einer international tätigen Firma und auch Miriam kehrte in die Arbeitswelt zurück. Sie liess sich in funktioneller Osteopathie ausbilden, betrieb eine eigene Praxis und arbeitete als Schulleiterin an einer Montessori-Schule. Ein ausgefülltes Leben, aber der Traum von Australien und einem Projekt mit den Ureinwohnern liess Miriam nicht mehr los.

Als die Kinder nach einem Besuch auf dem fünften Kontinent auch ganz begeistert waren, beschloss die Familie, endgültig auszuwandern. Zusammen mit den Ureinwohnern fanden sie ein bereits bestehendes Ferienresort auf 40 Hektaren Land: Hier sollen Touristen in Zukunft nicht nur entspannen, sondern auch von der Kultur der Aborigines lernen können.

Landolts steigerten den Umsatz des Resorts, die Gäste kamen, ihr Traum schien Wirklichkeit zu werden. Die Finanzierung aber blieb ein offenes Problem. Erst in letzter Sekunde erhielt die Familie die erlösende Zusage eines australischen Investors. Doch die Freude darüber hielt nur kurz. Jules und Miriam lehnten das Angebot ab: Die Zinsen waren zu hoch und weitere Investoren liessen sich nicht mehr finden. Familie Landolt mussten «Friday Creek» im Sommer 2015 verlassen. Ist ihr Traum vom Leben in Australien damit geplatzt?