Blaue Augen sterben nicht aus

Der Volksmund sagt, dass blaue Augen irgendwann aussterben werden. Neue Erkenntnisse in der Genetik geben aber Entwarnung: Sogar eine Mutter mit braunen Augen kann die Veranlagung für blaue Augen an ihr Kind weitergeben.

Adrian Küpfer mit blauen Augen.
Bildlegende: Schönheitsideal: Auch Adrian Küpfer ist mit blauen Augen gesegnet. SRF

Im Biologieunterricht lehrte man nämlich lange, dass braune Augen immer dominant vererbt würden und nie ein Kind mit blauen Augen entstünde, wenn ein Elternteil braune Augen hat. «Die Genetik ist viel komplexer», sagt die Genetikerin Anita Rauch von der Universität Zürich. Ausschlaggebend für die Vererbung der Augenfarbe seien jeweils zwei Gen-Informationen.

Ein Beispiel: Wenn die Mutter braune Augen hat, kann es sein, dass sie die Veranlagung für blau und die Veranlagung für braun in sich trägt. Bei ihr habe die braune Veranlagung zwar die blaue «überrollt», doch sie kann an ihr Kind die blaue Veranlagung weitergeben. Hat der Vater zweimal die Veranlagung für blau, kann es so kommen, dass das Kind der braunäugigen Mutter blaue Augen hat.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Jessica Francis