SMS verderben die Sprache nicht

Von wegen Sprachzerfall: Die verbreitete Befürchtung, dass SMS-Schreiben unsere Landessprachen zerstört, stimmt nicht. Eine neue Nationalfonds-Studie beweist: Die gfürchteten englischen Ausdrücke in SMS sind viel seltener als angenommen.

Nicht englisch, sondern mehrsprachig ist bei Schweizer SMS-Schreibenden «in».
Bildlegende: Nicht englisch, sondern mehrsprachig ist bei Schweizer SMS-Schreibenden «in». Keystone

Sprachpuristen können aufatmen. Forscher der Universität Zürich konnten nachweisen, dass die oft verschmähten Anglizismen in weitaus seltener vorkommen, als bisher angenommen.

Nur gerade drei Prozent aller SMS-Wörter werden von Schweizerinnen und Schweizern in englisch verfasst. Am häufigsten finden sich Begrüssungs- und Abschiedsformeln wie «Hi», «Love You» oder «Kisses».

Zudem sind englische Wörter in Textnachrichten eher ein Zeichen höherer Bildung als ein Hinweis auf einen möglichen Sprachzerfall, schreiben die Forscher vom Romanischen Seminar der Unversität Zürich in ihrer Studie.

Schweizer smslen mehrsprachig

Öfter als ins Englische wechseln die Schweizer beim Schreiben
von SMS in eine andere Landessprache oder zwischen Dialekt und Standard. Rund 24 Prozent aller untersuchten Kurznachrichten waren mehrsprachig, sie enthielten also Fremdelemente wie «Sehen uns nächsten Mittwoch, je t'aime».

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Christine Hubacher