Solidaritätswelle für Flüchtlinge

Täglich verlassen Frauen, Männer und Kinder ihr Heimatland. Über 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Schweizerinnen und Schweizer zeigen sich solidarisch: Einige bieten sogar ihr Zuhause als Obdach an.

Flüchtlinge essen am Tisch im Asylzentrum Hirschplatz in Luzern.
Bildlegende: Solidarität: Schweizerinnen und Schweizer laden Flüchtlinge ein, sich zu ihnen an den Tisch zu setzen. Keystone

Beat Meiner, Generalsekretär der Schweizer Flüchtlingshilfe, hat letzten Herbst in einem Zeitungsinterview über die schlimme Situation vieler Flüchtlinge gesprochen, über die Notwendigkeit einer guten Aufnahme und über die theoretische Möglichkeit, Flüchtlinge auch in Privathaushalten unterzubringen.

Seither haben sich über 150 Schweizer Familien gemeldet, die sich vorstellen könnten, Flüchtlinge aus Syrien oder anderen Ländern bei sich zu Hause aufzunehmen. Darunter sind Paare, deren Kinder ausgeflogen sind, WGs, Bauern oder auch ein Kloster, so Meiner.

Diese spontane Solidarität freut die Schweizer Flüchtlingshilfe sehr, erklärt Beat Meiner. Neu sei ihm die Hilfsbereitschaft aber nicht. «Schon im Bosnienkrieg war ich überwältigt von der spontanen Hilfe, die Schweizerinnen und Schweizer angeboten haben sei es bei der Spende von Spielzeugen oder beim Helfen mit der Ufzgi.»

Noch ist das Unterbringen von Flüchtlingen in Privathaushalten nicht konkretisiert. In sorgfältigen Abklärungen mit den Gemeinden muss die Zusammenarbeit und Unterstützung mit den Behörden definiert werden. Zusätzlich werden Flüchtlinge und Familien genau abgeklärt, um Schwierigkeiten präventiv zu minimieren. Die Idee ist jedoch, in den nächsten Wochen und Monaten erste Platzierungen in der Deutschschweiz vorzunehmen.

Autor/in: Patricia Banzer, Moderation: Stefan Siegenthaler