Ein Pilgerzug zur Seegfrörni – ohne Eis

Vor 50 Jahren war der Bodensee zum letzten Mal zugefroren. Damals fand die letzte Eisprozession statt: 2500 Menschen zogen von Münsterlingen nach Hagnau. Zur Erinnerung findet jetzt wieder ein Pilgerzug statt, allerdings ohne Eis.

Am 7. Februar 1963 überquerten die ersten Wagemutigen den Bodensee zwischen Altnau TG und Hagnau (D).
Bildlegende: Am 7. Februar 1963 überquerten die ersten Wagemutigen den Bodensee zwischen Altnau TG und Hagnau (D). Keystone

Die Eisprozession von vor 50 Jahren war die bisher letzte. Die Menschen wanderten über den See nach Hagnau, um dort eine Büste des Evangelisten Johannes zurückzuholen. Im 16. Jahrhundert entstand der Brauch, dass die Statue jedes Mal ihren Standort wechselt, wenn der See gefriert.

Gleichzeitig war die letzte Prozession im Jahr 1963 ein Symbol für die Begegnung und die Überwindung von Grenzen zwischen der Schweiz und Deutschland, aber auch zwischen Ost- und Westdeutschland.

Der diesjährige Pilgerzug soll an die Ereignisse von vor 50 Jahren erinnern, denn auch heute noch gilt es, Grenzen zu überwinden. Nur die Statue des Johannes wird diesmal keine Grenze übertreten. Sie bleibt in Münsterlingen.

Weiteres Thema: Das Theaterstück «Der Vater des Sohnes» wird in Zürich erstaufgeführt.

«Der Vater des Sohnes» - so heisst das experimentelles Theaterstück, das am 6. Februar im Studio s in Zürich Premiere hat.

Schon wieder, möchte man meinen, beschäftigen sich Schauspieler fern ab von Kanzel und Altar mit Gott und Glaubensfragen. Die grossen Theater in Zürich und Basel haben es mit Genesis und Moses vorgemacht, nun steht Gott auch in der Off-Szene auf der Bühne. Was liegt da in der Theater-Luft?