Gotthard-Zeremonie: «Das Christentum hat sich lächerlich gemacht»

Die interreligiöse Feier zur Einweihung des Gotthard-Basistunnels hat viel Staub aufgewirbelt: Dass sich die Schweizer Christinnen und Christen von einer einzigen Person repräsentieren lassen sollten, geriet manchen in den falschen Hals.

Bei der Einweihung des «House of one» sind ein Rabbi, ein Priester und ein Imam anwesend.
Bildlegende: Das Christentum wird an der Gotthardeinweihung von einem Katholiken und einem Protestanten vertreten und nicht nur vom Abt von Einsiedeln. Imago/ Uwe Steinert

Peinlich, findet das der Präsident der AGCK – jener ökumenischen Organisation, die den Anlass organisiert.

Eigentlich war der Einsiedler Abt Martin Werlen für diesen Job vorgesehen, so hatte es die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Schweiz AGCK.CH letzten Herbst einstimmig beschlossen. Doch dann hat laut Harald Rein, christkatholischer Bischof und Präsident der AGCK.CH, «eine Minderheit derartigen Druck ausgeübt über die Medien», dass die Reformierten einen eigenen Vertreter forderten. Diesem Wunsch ist man nachgekommen – doch für Harald Rein haben sich die Christinnen und Christen damit keinen Gefallen getan. Im Gegenteil.

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Redaktion: Deborah Sutter