Verdingkinder – übernimmt die Kirche genügend Verantwortung?

Die sogenannte Wiedergutmachungsinitiative, die für finanzielle Leistungen für ehemalige Heim- und Verdingkinder kämpft, hat diese Woche die Kirchen beschäftigt.

Eine Grupee von Menschen, die jeweils ein altes Schwarz-Weiss-Foto eines Kindes in ländlicher Umgebung in der Hand halten.
Bildlegende: Ehemalige Verdingkinder und Opfer von fürsorgerischen Massnahmen posieren mit Kinderfotos vor dem Bundeshaus. Bern, 2014. In der Mitte: Guido Fluri. Keystone

Zum einen ist der Urheber der Initiative, Guido Fluri, am Mittwoch zum Papst gereist. Zum andern teilte die evangelisch-reformierte Kirche mit, dass die Osterkollekte in den Soforthilfefonds fliessen soll.

Bis 1981 sind in der Schweiz Kinder ohne Gerichtsbeschluss den Eltern weggenommen und in Heime gesteckt, Frauen zur Sterilisation oder Abtreibung gezwungen und Jugendliche ohne Schuldspruch in geschlossene Anstalten «versorgt» worden. Die ehemaligen Heim- und Verdingkinder und Opfer der behördlichen Willkür sollen für das erlittene Unrecht zumindest finanziell entschädigt werden. Dies fordert die Volksinitiative von Guido Fluri. Auch die Kirchen sind in dieses Kapitel der Schweizer Geschichte verstrickt. Doch stellen sie sich dieser Verantwortung auch?

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Redaktion: Antonia Moser