Das war das Royal Arena Festival 2016

Wer in Feinkostgeschäften einkauft, weiss was er oder sie bekommt. Dies verhält sich gleich am Royal Arena Festival. Wenn Royal drauf steht, dann ist auch Royal drin. Wer mal da war, kommt immer wieder – nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Es sei gesagt, wir kommen wieder!

Eine leicht bekleidete Frau steht vor der Bühne

Bildlegende: Das Royal Arena Festival 2016: Wir lassen die Konzerte nochmals durch den Fleischwolf. SRF Virus

Die Westschweiz brennt

Nach dem Konzert von Pink Flamingo rieben sich die Hip-Hop liebhabenden Augen und Ohren und kratzten sich am Nacken – Was war das? Ca. 20 topmotivierte, hauptsächlich schwarze Gangmitglieder der Superwak Clique liessen die Bühne in Flammen aufgehen. In Genf scheint eine goldene Ära angebrochen zu sein, denn alle können sie raptechnisch unterhalten – auf höchstem Level.

La Base & die Tru Comers: Uff… Die Lokalmatadoren liessen sich nicht lumpen und machten, was alle erwarteten: Sie mörderten kurzerhand die Nebenbühne. Amen!

England, eine Réunion und 140 IQ Punkte

Lady Leshurr und Skepta aus England hielten die United Kingdom Fahne hoch in den Nachthimmel. Beide überzeugten sie mit einer «ich-bin-imfall-jetzt-da-und-du gehst-nirgendwo-hin» Präsenz. Pyrofackeln, Moshpit und Interaktion, alles war am Start! Der Schweizer Rapkrösus fragte sich mit offenem Mund, ob Playbackshow oder nicht?! Klare Entwarnung – Die können tatsächlich so gut rappen.

Ein italienischer Festivalbesucher meinte in akzentbetontem Englisch: «Onyx was the best. It was hardcore!» Viele Jahre standen die drei Rapper nicht zusammen auf der Bühne. In neuvereinter Harmonie zeigte die Crew, wie krass sie noch immer zusammen funktionieren. Das Publikum war begeistert!

Rapper Logic trägt diesen Namen nicht umsonst. Sein Markenzeichen: Während er extraorbitant gut freestylt, löst er in grösster Geschwindigkeit farbige Zauberwürfel. Weder will er die Welt zu einer besseren Stätte missionieren, noch sich abgehoben überintelligent präsentieren. Seine Technik, Intelligenz, sein Geschmack und Hunger eines ausgehungerten Löwen machten den Auftritt von Logic zum Highlight.

Mauros Schämmer aka das französische Highlight

Komplett am Zeiger drehte das frankophone Volk beim Auftritt des 20 jährigen Pariser Rapper MHD. MH was? Für Mauro von SRF BOUNCE ein komplett unbeschriebenes Blatt. Afro-Trap heisst die von ihm und seinem Umfeld erfundene Musik. Effekt: Menschen tanzen dazu, als gäbe es keinen Morgen. MHD gehört die französische musikalische Zukunft.

Enttäuschende Headlinder

Redman und EPMD sowie Rapschwergewicht Nasty Nas erfüllten die hohen Erwartungen nicht. Während Nas lückenhaft die Texte seiner Hits auf der Bühne vom Teleprompter abliess, war die Show von Redman und EPMD ein grosses Chaos und ziemlich uninspiriert. Das Publikum bekam zwar seine Hits, aber die Qualität dieser beiden Konzerte liess zu wünschen übrig.

Die komplette Einschätzung sowie vereinzelte Interviewperlen hörst du wie immer donnerstags zwischen 19.00 und 21.00 bei BOUNCE auf SRF Virus.