Der neue Roman von Harper Lee

Als bekannt wurde, dass die amerikanische Autorin Harper Lee doch einen zweiten Roman geschrieben hat, hielt die literarische Welt einen Moment den Atem an. Musste Lee doch jahrelang Hohn über sich ergehen lassen, weil sie nach «Wer die Nachtigall stört» nichts mehr veröffentlicht hatte. «Gehe hin, stelle einen Wächter» ist die Fortsetzung des ersten Romans und spielt in derselben Kleinstadt im amerikanischen Süden.

Beiträge

  • Der Andrang auf das Buch "Gehe hin, stelle einen Wächter" ist gross (Bild: Keystone)

    «Gehe hin, stelle einen Wächter»

    Der neue Roman unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von «Wer die Nachtigall stört». Das Mädchen Scout, die Erzählerin aus «Wer die Nachtigall stört», kehrt als Erwachsene in ihre Heimatstadt Maycomb zurück.

    Scouts Perspektive ist nun eine andere - sie sieht sich mit gesellschaftlichen Problemen konfrontiert und macht sich Gedanken über die Beziehung zu ihrem Vater Atticus Finch.

    Buchhinweis: Harper Lee. Gehe hin, stelle einen Wächter. DVA, 2015.

    Britta Spichiger

  • «Wer die Nachtigall stört» zählt auch heute noch zu den Klassikern der amerikanischen Literatur (Bild: Colourbox)

    «Wer die Nachtigall stört»

    Dieser Roman gehört zu den meistgelesenen Büchern der Welt.

    Auch heute noch, über 50 Jahre nach seinem Erschienen, berührt der Roman die Menschen; Scout, ein junges Mädchen, wächst tief im amerikanischen Süden auf und muss erkennen, wie tief die Risse zwischen Schwarz und Weiss, Arm und Reich sind.

    Ein neues Hörbuch, gelesen von Eva Mattes, macht die Geschichte auch für Nicht-Leser interessant.

    CD-Hinweis: Harper Lee. Wer die Nachtigall stört. Gelesen von Eva Mattes. argon edition, 2015.

    Britta Spichiger

  • Truman Capote (Philip Seymour Hoffmann) und Harper Lee (Catherine Keener) im Film "Capote" (Keystone)

    Harper Lee und Truman Capote

    Im verschlafenen Städtchen Monroeville, Alabama, wuchsen Harper Lee und Truman Capote als Nachbarn gemeinsam heran - mit dem Wunsch, Schriftsteller zu werden. Ihre ersten Texte verfassten sie auf der Schreibmaschine von Lees Vater.

    Capote sagte später, sie seien beide Aussenseiter gewesen: er schwul und sie das burschikose Mädchen, das Männerkleidung trug. Capote stieg schnell zum literarischen Star auf, Lee hatte mir ihren Texten zunächst wenig Erfolg.

    Britta Spichiger