«Der Würfel»: Wenn künstliche Intelligenz das Leben bestimmt

Bijan Moini, deutscher Autor mit iranischen Wurzeln, hat eine beängstigende Zukunftsvision entwickelt: ein perfekter Algorithmus steuert die Menschen. Er überwacht und analysiert jeden Schritt, jede Reaktion. Dieses Szenario beschreibt Moini in seinem Roman «Der Würfel».

Bijan Moini blickt in die Kamera
Bildlegende: Der deutsche Autor Bijan Moini (BILD: THOMAS FRIEDRICH SCHÄFER)

Der «Würfel» - so heisst der Algorithmus. Und das Erstaunliche daran: seine Macht ist aus einem demokratischen Prozess hervorgegangen. In einem Referendum haben sich die Menschen für die Überwachung und Steuerung durch den «Würfel» ausgesprochen. Ihr Beweggrund: einzelne, riesige Firmen wie Facebook oder Google sollen aus den Daten der Menschen keine Profite mehr schlagen können. Daten sollen ein Gemeinschaftsgut sein.

Der «Würfel» schreibt den Menschen nicht vor, was sie tun oder lassen sollen, sondern wendet lediglich bestehende Gesetze an, beobachtet und analysiert das Verhalten der Menschen. Dafür garantiert er ihnen die fast absolute Sicherheit. Seine Bedingung: das Verhalten der Menschen muss transparent und berechenbar sein. Je besser jemand diese Bedingung erfüllt, umso mehr Privilegien bekommt er/sie.

Mit seinem Roman «Der Würfel» thematisiert Bijan Moini aktuelle gesellschaftliche Fragen: wie sorglos gehen wir mit unseren Daten um? Stellen wir Transparenz über die persönliche Freiheit und Selbstbestimmung? Wie verschieben sich unsere Werte in der digitalen Gesellschaft?

BuchZeichen hat Bijan Moini zum persönlichen Gespräch getroffen und mit ihm über ein Zukunftsszenario gesprochen, das in gar nicht allzu weiter Ferne zu liegen scheint.

Buchhinweis: Bijan Moini. Der Würfel. Atrium Verlag, 2019.

Eine Wiederholung der BuchZeichen-Sendung vom 23.04.2019.

Autor/in: Britta Spichiger