Die Erfindung des Lichts

  • Sonntag, 30. Juli 2017, 14:06 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 30. Juli 2017, 14:06 Uhr, Radio SRF 1
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 1. August 2017, 21:03 Uhr, Radio SRF 1

«Es werde Licht.» Und es ward Licht. Im Oktober 1879 erfindet Thomas Edison die Glühbirne. Doch die Erfindung hat ihre Schattenseiten. Sie führt Edison in einen bitteren Kampf gegen den Unternehmer George Westinghouse. Beide wollen mit ihrem Stromsystem die ersten Städte elektrifizieren. Von dieser geladenen Geschichte erzählen gleich zwei Romane. Aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Beiträge

  • Einer der berühmtesten Erfinder: Thomas A. Edison (Bild: Keystone)

    Wer war Edison?

    Thomas Alva Edison hat nie studiert. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen im ländlichen Ohio, hat er sich den Umgang mit Elektrotechnik selber beigebracht. Als Telegraphist machte er seine ersten Entwicklungen und gründete bald ein eigenes Erfinder-Labor.

    Er erfand den Phonographen, er verbesserte das Telefon – und prägte dabei gleich noch den Ruf «hello». Für die Elektrifizierung entwickelte er ein ganzes Versorgungsnetz mit Generatoren, Stromzählern und eben: der Glühbirne. Edison war ein gerissener Unternehmer und inszenierte sich professionell. «Edison» war seine stärkste Marke.

    Philipp Auchter

  • Stromkrieg: Edison vs. Westinghouse (Bild: Keystone)

    «Licht»

    In Anthony McCartens Roman «Licht» begegnen wir Edison ganz persönlich. Mit seiner Erfindung der Glühbirne tritt ein Schatten in sein Leben: J.P.Morgan, der reichste Banker der USA. Morgan investiert in Edison und setzt ihn unter Druck: Mit Edison will Morgan Amerika elektrifizieren.

    Doch Edison hat einen harten Konkurrenten: George Westinghouse. Dieser entwickelt den Wechselstrom. Und Wechselstrom gehört die Zukunft. Um den Strom von Westinghouse zu diskreditieren, fördert Edison die Entwicklung des elektrischen Stuhls: ein moralisches Blackout.

    Buch: Anthony McCarten. Licht. Diogenes, 2017

    Philipp Auchter

  • Die letzten Tage der Nacht (Bild: Colourbox)

    «Die letzten Tage der Nacht»

    Graham Moore wechselt in seinem Krimi die Perspektive: Protagonist ist hier Paul Cravath, der blutjunge Anwalt von George Westinghouse. Der Erfinder der Druckluftbremse und Vertreiber von Wechselstrom hat juristischen Beistand nötig: Denn Edison hat ihn gleich 312 Mal verklagt.

    Zum Glück ist Cravath ein gerissener Stratege. Er gewinnt Nikola Tesla, den früheren Mitarbeiter von Edison. Mit seinem Genie soll die Glühbirne von Westinghouse neu erfunden werden. Doch als Tesla bei einem Brandanschlag beinahe ums Leben kommt, beginnt Cravath zu ahnen, wozu Edison fähig ist.

    Buch: Graham Moore. Die letzten Tage der Nacht. Eichborn, 2017

    Philipp Auchter

  • Prof. David Gugerli befasst sich mit der Geschichte der Elektrifizierung (Bild: ETH Zürich, Technikgeschichte)

    Wer hat’s erfunden?

    Sicher ist: Es waren nicht die Schweizer.

    Doch war Edisons Erfindung der Startschuss für die Elektrifizierung? Was sagte die mächtige Gasindustrie gegen sein elektrisches Licht? Warum förderte Edison die Entwicklung des elektrischen Stuhls? Und war der Wechselstrom von Westinghouse die bessere Technologie? David Gugerli ist Professor für Technikgeschichte an der ETH Zürich. Im Gespräch schildert er seine historische Sicht auf die ersten Tage der Elektrifizierung.

    Philipp Auchter