Die Hölle, ein Strassenkind zu sein

Verlassen, ausgebeutet, missbraucht: Die in Berlin lebende Autorin Lana Lux schildert in ihrem Romandebüt «Kukolka» das Los eines Strassenkindes. Sie tut dies derart realistisch, dass die Lektüre bisweilen schmerzt.

Die Hölle, ein Strassenkind zu sein
Bildlegende: Die Hölle, ein Strassenkind zu sein Die Hölle, ein Strassenkind zu sein (Bild: Keystone)

Samira, die fiktive Hauptfigur des Romans, ist ein kleines Waisenmädchen, das im Osten der Ukraine aufwächst. Aus dem lebensfeindlichen Kinderheim, in dem sie untergebracht ist, flieht sie – und lebt fortan auf der Strasse.

Sie schlägt sich über Jahre mit Betteln und Stehlen durch. Am Ende landet sie in Drogensucht und Zwangsprostitution.

Lana Lux selbst hat nie auf der Strasse gelebt. Dennoch verarbeitet die Autorin auch Erinnerungen an Begebenheiten in ihrer eigenen Kindheit. Sie hat wie Samira ihre ersten Lebensjahre in der Ukraine verbracht.

Die Menschenrechtsexpertin Denise Graf von «Amnesty International» erachtet «Kukolka» als wertvollen Beitrag, um auf die prekäre Lage der Strassenkinder aufmerksam zu machen. Die UNO schätzt ihre Zahl weltweit auf gegen 150 Millionen.

Weiter im BuchZeichen: BuchKönig in der BuchBar, Aktuelles aus der Literaturwelt und ein Blick auf unsere Sendung 52 Beste Bücher.

Buchhinweis: Lana Lux. Kukolka. Aufbau, 2017.

Autor/in: Felix Münger