Die Schriftstellerin auf der Anästhesie-Station

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  • Anna Enquist (Bild: Bert Nienhuis)

    Die Schriftstellerin auf der Anästhesie-Station

    Die niederländische Schriftstellerin Anna Enquist verbrachte mehrere Monate als Gast-Autorin auf der Anästhesie-Abteilung einer Klinik in Amsterdam. Sie bekam einen sehr intensiven Einblick in den Operationsalltag und schrieb darüber den eindrücklichen Roman «Die Betäubung».

    Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Geschwister, die völlig gegensätzlich mit dem Verlust eines nahen Menschen umgehen: Drik, der Psychotherapeut, fokussiert den Schmerz; Susanne, die Anästhesie-Aerztin, betäubt ihn. Im Gespräch mit Luzia Stettler erzählt Anna Enquist von der Entstehung dieses Romans.

    «Die Betäubung» von Anna Enquist (Buch: Luchterhand Verlag; Hörbuch: Der Hörverlag)

    Luzia Stettler

  • Die Psychotherapeutin Muriel Kämpfen und der Anästhesist Lutz Lehmann. (Bild: SRF)

    Der Schmerz: Feind oder Freund des Menschen?

    In ihrem Roman «Die Betäubung» verarbeitet Anna Enquist den Umgang mit Schmerz. Ihre These: Für Anästhesisten ist der Schmerz ein Feind, den es zu betäuben gilt; die Psychotherapeuten hingegen sehen den Schmerz als Freund, weil er seelische Wunden sichtbar macht.

    Zwei Testleser diskutieren über dieses kontroverse Thema und beurteilen den Roman: Lutz Lehmann, Leitender Arzt für Anästhesiologie und Schmerztherapie am Insel-Spital Bern und die Psychotherapeutin Muriel Kämpfen.

    Luzia Stettler

  • Buchcover (Ausschnitt)

    Buchtipp «Glückskind» von Steven Uhly

    Hans D. hat sich selber aufgegeben. Er ist arbeitslos, verwahrlost und einsam. Als er eines Tages ein lebendes Baby im Abfallcontainer findet, ändert sich sein Leben radikal.

    Das kleine Wesen braucht ihn und Hans übernimmt seit langem wieder mal Verantwortung. Aber wie soll es weitergehen? Die Geschichte mit dem Enkelkind, das er hüten soll, nimmt ihm keiner ab.

    Steven Uhly erzählt diese Geschichte mit viel Wärme und Empathie, aber auch nüchtern und ohne kitschig zu werden.

    «Glückskind» von Steven Uhly (secession)

    Susanne Sturzenegger

  • Buchcover (Ausschnitt)

    Der rassistische Blick auf die «Zigeuner»

    Mit seinem fulminanten Buch «Europa erfindet die Zigeuner» hat Klaus-Michael Bogdal den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2013 gewonnen: Er untersucht die lange Geschichte der Ausgrenzung von Roma-Völkern.

    Klaus-Michael Bogdal interessiert sich für das Spannungsfeld Hass und Faszination: Mitglieder von Roma-Völkern werden einerseits als «Zigeuner» und «Bohémiens» idealisiert; andererseits halten sich die Klischees der «Diebe und Asozialen» hartnäckig. Das Buch erklärt, wie diese Vorurteile entstanden sind.

    «Europa erfindet die Zigeuner» von Klaus-Michael Bogdal (Suhrkamp Verlag)

    Luzia Stettler