Einblick in jüdische Lebenswelten

Orthodoxe Juden leben in einer eigenen Welt und doch fallen sie im Strassenbild auf: Männer tragen Schläfenlocken und fellbesetzte Hüte, Frauen lange Kleider und Perücke. Aber auch säkulare Jüdinnen und Juden, denen man ihre Religionszugehörigkeit nicht ansieht, ringen manchmal um ihren Platz in der Gesellschaft. Gleich zwei Neuerscheinungen aus Schweizer Verlagen bieten Einblick in diese jüdischen Lebenswelten.

Beiträge

  • Braut zu vergeben (Bild: Keystone)

    Die langsame Verheiratung der Chani Kaufman

    Arrangierte Heiraten sind gar nicht so einfach. Denn im orthodoxen Judentum haben Braut und Bräutigam in spe ein Vetorecht. Die 19-jährige Chani Kaufman mit ihrer aufmüpfigen Art entspricht nicht ganz dem Wunschbild der Anwärter. Doch Baruch, ein angehender Rabbiner, kämpft um sie.

    Rivka hat auch mal für ihren eigenen Weg gekämpft. Aus der säkularen Jüdin ist heute die zweifelnde Rebbetzin Zilberman geworden. Sie bereitet Chani auf ihre Hochzeit vor. Mit ihrem Debutroman «Die Hochzeit der Chani Kaufman» taucht Eve Harris ein in das Leben einer orthodoxen Gemeinde in London.

    Buchhinweis: Eve Harris. Die Heirat der Chani Kaufman. Diogenes, 2015.

    Noëmi Gradwohl

  • Hat an einer jüdisch-orthodoxen Schule unterrichtet: Eve Harris (Bild: Karolina Urbaniak)

    Eve Harris: Als Lehrerin an einer jüdisch-orthodoxen Schule

    Die englische Autorin Eve Harris hat als Lehrerin an einer orthodoxen Mädchenschule gearbeitet. Als säkulare Jüdin mit polnischen und israelischen Wurzeln war sie von den Lebensumständen der Schülerinnen und Lehrerinnen fasziniert und befremdet zugleich.

    Das habe sie zu ihrem Roman inspiriert, sagt sie im Gespräch. Und wagt auch kritischere Töne.

    Noëmi Gradwohl

  • Alfred Bodenheimer erhielt eine traditionelle jüdische Ausbildung (Bild: Florian Kalotay)

    Jüdische Lebenswelten in Europa

    Orthodoxie und westliche Lebensart – wie geht das zusammen? Das jüdische Leben in Europa stehe vor grossen Herausforderungen, meint Alfred Bodenheimer, Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte an der Universität Basel und selber Krimi-Autor.

    Noëmi Gradwohl

  • Yascha Mounk legt sein erstes Buch vor (Bild: Steffen Jaenicke)

    Als Jude fremd in Deutschland

    In seinem Buch «Echt, Du bist Jude?» erzählt Yascha Mounk von seinen Erfahrungen als Jude in Deutschland. Obwohl dort geboren, fühlte er sich nie zugehörig. Gelitten habe er unter den antisemitischen Deutschen genauso wie unter den philosemitischen.

    Heute lebt Yascha Mounk in den USA, wo er politische Theorie lehrt.

    Buchhinweis: Yascha Mounk. Echt, Du bist Jude? Fremd im eigenen Land. Kein & Aber, 2015.

    Noëmi Gradwohl