Halb hier, halb dort. Romane über das Leben in zwei Kulturen

Rasha Khayat in «Weil wir längst woanders sind» und Deniz Selek in ihrem Roman «Die Frauen vom Meer» erzählen von Menschen, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen und nirgends richtig zuhause sind.

Beiträge

  • Mit elf Jahren von Saudi-Arabien nach Deutschland gezogen: Rasha Khayat (Bild: Anna Maria Thiemann)

    Rasha Khayat: Weil wir längst woanders sind

    Layla heiratet einen Mann, den sie kaum kennt. Und möchte mit ihm in Saudi Arabien leben, der Heimat ihres verstorbenen Vaters. Damit gibt die junge Frau viel von ihrer Freiheit in Deutschland auf. Ihr Bruder Basil versteht diesen Entscheid nicht, ihre deutsche Mutter schon gar nicht.

    Rasha Khayat, selber in Saudi Arabien aufgewachsen und erst mit elf Jahren nach Deutschland zurückgekehrt, schafft es zu erklären, was es bedeutet, in zwei Kulturen aufzuwachsen, und was es heisst, wenn man sich da und dort fremd fühlt.

    Buchhinweis: Rasha Khayat. Weil wir längst woanders sind. Dumont, 2016.

    Susanne Sturzenegger

  • Deniz Selek verbrachte ihre Kindheit in Istanbul (Foto: Jan Dommel)

    Deniz Selek: Die Frauen vom Meer

    Die deutsch-türkische Autorin Deniz Selek begleitet in ihrem Roman drei Frauen – Grossmutter, Tochter und Enkelin –, die glückliche Kindheitsjahre an einem grossen Wasser verbracht haben: am Schwarzen Meer, an der Ostsee oder am Marmarameer.

    Alle mussten ihre Heimat verlassen und in einem fremden Land ein neues Leben beginnen. Es geht um Sehnsüchte, die Suche nach Identität und das Gefühl von Verlorenheit. Jede der drei Frauen besteht Lebensprüfungen, und jede bemüht sich, ihren Träumen nachzugehen und sich treu zu bleiben.

    Buchhinweis: Deniz Selek. Die Frauen vom Meer. Droemer, 2016.

    Susanne Sturzenegger