Jetzt retten wir die Welt!

Der deutsche Jugendbuchautor Peer Martin spricht in seinem neuen Buch drängende Probleme an: Kriege, Flüchtlingsströme, Rassismus. Es heisst «Was kann einer schon tun?». Eine Schulkasse aus Biberist (SO) hat das Buch gelesen und erzählt, welche Erkenntnisse sie daraus zieht.

Jetzt retten wir die Welt!
Bildlegende: Jetzt retten wir die Welt! Bild: Keystone

Die drängenden Probleme geht Peer Martin geschickt an: er verpackt die Diskussion über sie in vier unterschiedliche fiktive Gespräche. Er, der Autor, spricht als erstes mit seinem Hund Lola. Der kann die momentane Weltlage nicht verstehen, aber Peer Martin erzählt ihm eindringlich, was geschehen wird, wenn niemand handelt: Kriege werden sich weiter ausbreiten, malerische Altstädte werden aus Angst vor Terroranschlägen verriegelt werden, jeder wird jedem misstrauen. Was kann man also tun?

Eine Antwort auf seine Frage sucht Peer Martin beim Au-Pair-Mädchen Lisa. Sie verbringt ein Auslandjahr in Kanada und ist überzeugt, dass vieles auf der Welt falsch läuft, weil die Menschen innerlich leer sind. Ihre Antwort auf die Frage «Was kann einer schon tun?» ist deshalb, anderen zu helfen. Puncto Integration schlägt sie eine Art «Paten-Programm» vor: jede einheimische Familie bekommt eine ausländische zugeteilt und kümmert sich um sie.

Barkhad ist ein Flüchtling aus Somalia – und er ist überzeugt, dass die Weltlage sich nur verbessert, wenn es nicht «die einen und die anderen» gibt. Er sagt, «wir brauchen ein neues Wir. Wenn wir schon globalisiert sind, muss es auch ein Wir geben». Jeder und jede sollte also seine Haltung zu den anderen Menschen überdenken.

Jakob ist Peer Martins zehnjähriger Sohn. Für ihn ist ganz klar, dass man die Welt retten kann – und er weiss auch ganz genau, wie. Er will einen Teil seiner Spielsachen einer syrischen Flüchtlingsfamilie schenken. Jakob sagt: «Wenn alle was machen, jeder ein bisschen was, dann geht es den Leuten irgendwann wieder richtig gut, allen.»

Die Klasse 2Ea an der Kreisschule Biberist / Lohn-Ammannsegg im Kanton Solothurn hat «Was kann einer schon tun?» mit Interesse gelesen. Und von der Lektüre einige Denkanstösse bekommen: welche, erzählen die Jugendlichen und ihre Deutschlehrerin, Sibylle Miescher, in der Sendung «BuchZeichen».

Weiter im «BuchZeichen»: Der «Hörpunkt» auf SRF2 Kultur am 2. September begleitet Schweizer Autorinnen und Autoren mit Migrationshintergrund, und ein Blick auf unsere Sendung 52 Beste Bücher.

Buchhinweis: Peer Martin. Was kann einer schon tun?. Oetinger Verlag, 2017.

Eine Wiederholung der BuchZeichen-Sendung vom 09.01.2018

Autor/in: Britta Spichiger