Jungen Menschen in den Kopf geschaut

Wie denken und fühlen die heutigen Teenager und jungen Erwachsenen? Die neuen Romane von Ronja von Rönne und von Stephan Reich geben Auskunft – auf witzige und hintersinnige Weise.

Beiträge

  • Portrait einer Jugend (Bild: Pixelio / Ben Kempe)

    Ronja von Rönne: Zwischen Ironie und Abgründigkeit

    Die 24-jährige deutsche Autorin Ronja von Rönne schildert in ihrem Roman «Wir kommen» eine Gruppe von vier jungen Erwachsenen, die in der Grossstadt leben. Die zwei Frauen und zwei Männer verbringen den Grossteil ihrer Zeit damit, sich über die etablierte Welt der Erwachsenen lustig zu machen.

    Die pointierten ironischen Beschreibungen der modernen Gesellschaft machen den Roman zu einer vergnüglichen Lektüre. Doch das Lachen bleibt im Hals stecken: Hinter der humorvollen Fassade verbirgt sich bei allen vier Protagonisten eine beängstigende Orientierungslosigkeit.

    Buchhinweis: Ronja von Rönne: Wir kommen. Aufbau, 2016. (Hörbuch, gelesen von Ronja von Rönne. Aufbau Audio, 2016)

    Felix Münger

  • Bloggerin und Autorin: Ronja von Rönne (Bild: Carolin Saage)

    Ronja von Rönne: Frei erfunden und doch real

    Die erst 24-jährige Ronja von Rönne hat sich als Bloggerin und als Autorin bei «Die Welt» einen Namen gemacht. «Wir kommen» ist ihr Romandebüt. Sie habe alle Figuren frei erfunden, sagt die Autorin im Interview.

    Sie habe sich aber sehr wohl von Beobachtungen in ihrem Alltag inspirieren lassen.

    Und so liest sich «Wir kommen» auch als beklemmendes Portrait eines Teils der modernen jungen Generation: satt, überinformiert, sich selber überdrüssig - und getrieben von einer quälenden Sehnsucht nach echter Lebenserfahrung.

    Felix Münger

  • Stephan Reich liefert einen berührenden Roman über die Jugend (Bild: Kai Senf)

    Stephan Reich: Von der Last, ein Teenager zu sein

    Der deutsche Autor Stephan Reich schildert in seinem Romandebüt «Wenn's brennt» die Freundschaft zweier 16-Jähriger in der Provinz: Sie sperren sich mit Alkohol, Drogen, und allerlei Streichen gegen den «Ernst des Lebens», der vermeintlich auf sie wartet, und vor dem sie sich fürchten.

    Der in einer schnörkellosen und bisweilen rasanten Sprache erzählte Roman zeigt mit viel Empathie junge Menschen an der Grenze zum Erwachsenenalter. Am Ende steht das Worst-Case-Szenario: die totale Verirrung im Labyrinth von äusseren Ansprüchen und eigenen Wünschen.

    Buchhinweis: Stephan Reich: Wenn's brennt. DVA, 2016.

    Felix Münger