Literaturschätze aus der rätoromanischen Schweiz

Witzig, prägnant, ergreifend, empfindsam – die Literatur aus der rätoromanischen Schweiz hat viel zu bieten. Im «BuchZeichen» präsentiert Felix Münger literarische Perlen aus dem vierten Landesteil: Werke von Chatrina Josty, Bibi Vaplan und Angelika Overath.

Geschriebenes aus der rätoromanischen Schweiz
Bildlegende: Geschriebenes aus der rätoromanischen Schweiz Keystone

Vor genau 80 Jahren wurde Rätoromanisch zur vierten Landessprache. Über die Jahrzehnte hat sich eine rege Literaturszene entwickelt.

So setzt sich die Autorin Chatrina Josty in ihrem zweisprachigen Erstling «Barbacor/Herzkater» treffend mit dem Denken und Fühlen der Generation Y auseinander.

In feinsinnigen Kurztexten erzählt sie von jungen Menschen, die mit Globalisierung und Digitalisierung aufgewachsen sind – und mit deren Widersprüchlichkeiten zurechtkommen müssen.

Bibi Vaplan ist bekannt als Songpoetin. Nun hat sie ein deutsch-rätoromanisches Buch herausgegeben mit Kurztexten, Gedichten, Sprüchen und Aphorismen: ein anregendes Nebeneinander von Gedanken voll Poesie und philosophischem Tiefgang.

Ein Spezialfall in der rätoromanischen Literatur ist die Deutsche Autorin Angelika Overath: Sie ist vor Jahren mit ihrer Familie nach Sent im Unterengadin gezogen.

Dabei hat sie nicht nur Rätoromanisch gelernt, sondern begonnen, Lyrik in dieser Sprache zu verfassen. Das Rätoromanische sei eben viel bilderreicher als das Deutsche, sagt sie.

Buchhinweise:

  • Chatrina Josty. Barbacor/Herzkater. Chasa editura rumantscha, 2017.
  • Bibi Vaplan. E las culurs dals pleds/Und die Farben der Worte. Zytglogge Verlag, 2016.
  • Angelika Overath. Poesias dals prüms pleds. 33 romanische Gedichte und ihre deutschen Annäherungen. btb, 2017.

Autor/in: Felix Münger