Lukas Linders Möchtegern-Held

Linders Debüt «Der Letzte meiner Art» amüsiert und gibt zu denken. Sein Romanheld wäre gerne ein Held. Aber so sehr er sich anstrengt, es gelingt ihm einfach nicht. Literaturredaktorin Susanne Sturzenegger spricht mit dem Schweizer Dramatiker über Helden und Antihelden, über Tragödien und Komödien.

Lukas Linder auf dem Sofa im Radiostudio
Bildlegende: Lukas Linder schreibt fürs Theater. «Der letzte meiner Art» ist sein erster Roman SRF

«Der Letzte meiner Art» ist eine tragische Komödie. Linders Ich-Erzähler Alfred von Ärmel, Sohn einer vornehmen Berner Familie, ist ein Aussenseiter, wird von seinen Schulkameraden nur gehänselt oder gar gemobbt.

Die Mädchen, die ihm gefallen, behandeln ihn wie Luft. Und als er für einen Schulball eine Begleitung sucht, gerät er an eine Fünfzigjährige, die ihn dann mit seinem Lehrer austauscht. Und weil er es allen rechtmachen will, macht er sich nur zur traurigen Witzfigur.

Linder erzählt diese tragische Geschichte so, dass man immer wieder laut lachen muss. Aber am Schluss legt man diesen unterhaltsamen Roman dann nachdenklich zur Seite.

Buchhinweis:
Lukas Linder. Der Letzte meiner Art. Kein & Aber, 2018.

Autor/in: Susanne Sturzenegger