Russland: Chronistinnen des Schreckens

Der Krieg in Tschetschenien und das Leben unter Josef Stalin - die beiden russischen Autorinnen Polina Scherebzowa und Lydia Tschukowskaja schildern aus erster Hand eindringlich Stationen des Leids, das dem russischen Volk in der Vergangenheit widerfahren ist.

Beiträge

  • Eine Kindheit in Grosny (Coverausschnitt)

    Polina Scherebzowa: Als in Grosny die Bomben fielen

    Die heute 30-jährige russische Autorin Polina Scherebzowa verbrachte ihre Kindheit in Grosny zur Zeit der Tschetschenienkriege. Ab dem Kriegsausbruch 1994 führte sie Tagebuch über den Schrecken, der sie während Jahren umgab.

    Das auf Deutsch erschienene Tagebuch erzählt ungeschminkt von den Bombardements, vom Leiden der Zivilbevölkerung und vom allgegenwärtigen Tod in den Ruinen der tschetschenischen Hauptstadt. Zugleich ist das Buch ein Dokument tiefer Friedensliebe und Humanität.

    Buchhinweis: Polina Scherebzowa. Polinas Tagebuch. Rowohlt, 2015.

    Felix Münger

  • Scherebzowa lebt heute im finnischen Exil (Bild: Maiju Torvinen)

    Polina Scherebzowa: Schreiben, um zu überleben

    Nach der Veröffentlichung von «Polinas Tagebuch» in Russland erlebte Polina Scherebzowa Bedrohungen und wurde Opfer gewalttätiger Attacken. Sie lebt heute im finnischen Exil.

    Im Gespräch sagt Polina Scherebzowa, dass sie ihr Tagebuch um jeden Preis öffentlich machen wollte: Die Welt müsse die Wahrheit über die Schrecken der Tschetschenienkriege erfahren. Zudem erzählt die Autorin, weshalb ihr das Schreiben während des Krieges das Leben gerettet habe.

    Felix Münger

  • Tschukowskaja hinterlässt mutige Zeugnisse aus der Zeit des Stalin-Terrors (Bild: Nachlass Lydia Tschukowskaja)

    Lydia Tschukowskaja: Leben unter Stalin

    Der Roman «Untertauchen» der russischen Schriftstellerin Lydia Tschukowskaja schildert meisterhaft die Ängste und Beengungen, denen Menschen in der Sowjetunion unter Stalin ausgesetzt waren.

    Das in den 1950er Jahren geschriebene Werk war in der Sowjetunion verboten. In den 1970er-Jahren erschien es im Westen, auch auf Deutsch, in der Übersetzung von Swetlana Geier. Nun ist eine Neuauflage dieses seit langem vergriffenen einzigartigen literarischen Dokuments erschienen.

    Buchhinweis: Lydia Tschukowskaja. Untertauchen. Dörlemann, 2015.

    Felix Münger