Science Fiction aus China

China ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten; wenn nicht in der Gegenwart, so doch in der Zukunft. Das Erzählen von der Zukunft, die Science Fiction, liegt in China derzeit im Trend. Und dem Autor Liu Cixin ist mit «Die drei Sonnen» ein Welterfolg geglückt.

Wie sieht Science Fiction aus China aus?
Bildlegende: Wie sieht Science Fiction aus China aus? Keystone

China: Das ist ein Land mit luftverschmutzten Städten und chemiebelasteten Böden. Ein Land, in dem das Internet zensiert wird und Menschenrechtsaktivisten im Gefängnis landen. Doch hinter der düsteren Realität ist China auch ein Land, das sich rasant in die Zukunft entwickelt. China ist der grösste Förderer von Solarenergie. Bis 2019 soll jedes zehnte Auto, das in China verkauft wird, elektrisch betrieben sein. 2022 wird China eine eigene Raumstation haben. Und schon heute gibt China mehr Geld für Forschung aus als die 28 EU-Staaten zusammen.

Von diesem ambivalenten Verhältnis zur Technik erzählen zwei Science Fiction-Erzählungen, die nun auf Deutsch erhältlich sind: «Die drei Sonnen» vom nordchinesischen Ingenieur Liu Cixin und «Peking falten» von der jungen Physikerin Hao Jingfang. Sie sind mehr als schräge Unterhaltung für Techniknarren. Denn in ihren Entwürfen zeigt sich ein kritischer Blick auf die chinesische Gegenwart. Science Fiction bietet somit auch eine Möglichkeit, um in China versteckt Kritik zu üben.

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Buchhinweise:
Liu Cixin. Die drei Sonnen. Heyne, 2016.
Liu Cixin. Spiegel. Heyne, 2017.
Hao Jingfang. Peking falten. Elsinor, 2017.