Vergessene Kinder

Was geschieht, wenn Kinder ganz auf sich allein gestellt sind? Ohne die tägliche Fürsorge und die bedingungslose Liebe ihrer Eltern zu spüren? Ein aktueller und ein älterer Roman spüren dieser Frage nach.

Beiträge

  • Vergessene Kinder (Keystone)

    «Der erste Horizont meines Lebens»

    In Moldawien lebt die zwölfjährige Christina mit ihren zwei jüngeren Brüdern allein. Die Eltern arbeiten beide im Ausland.

    «Wenn ich sehe, wie meine Brüder die Fotos der Eltern anschauen, fühle ich eine Tonne Tränen in meinem Bauch, liesse ich sie heraus, sie würden das ganze Dorf überschwemmen,» sagt sie. Ein berührender Roman über seelische Schmerzen, frühe Selbständigkeit – und innere Stärke.

    Buchhinweis: Der erste Horizont meines Lebens. Liliana Corobca. Paul Zsolnay Verlag, 2015.

    Britta Spichiger

  • Liliana Corobca (Bild: Petrina Hicks)

    Liliana Corobca im Gespräch

    Die 40-jährige moldawische Schriftstellerin erzählt, wie sie von Kinderschicksalen in ihrem Heimatdorf für ihre Geschichte inspiriert wurde.

    Ihr Roman sei wie ein Schrei, sagt sie, es sei notwendig, dass die Welt zur Kenntnis nehme, dass die Situation für viele moldawische Kinder schwierig bis unerträglich sei. Mit ihrem Buch könne sie vielleicht etwas zur Sensibilisierung beitragen.

    Britta Spichiger

  • Matka Boska (Coverausschnitt)

    «Matka Boska»

    Schon als der Roman von Cécile Ines Loos 1929 zum ersten Mal publiziert wurde, waren die Kritiker begeistert. Nun hat ihn der Literaturwissenschaftler Charles Linsmayer neu herausgegeben.

    Es ist ein Roman mit grosser Sprachgewalt – oft sogar pathetisch – der Themen anspricht, über die es sich auch in der heutigen Zeit nachzudenken lohnt.

    Buchhinweis: Matka Boska. Cécile Ines Loos, herausgegeben von Charles Linsmayer. Reihe «reprinted by Huber», 2015.

    Britta Spichiger

  • Charles Linsmayer (Bild: Keystone)

    Engagierter Literaturvermittler

    Seit rund 35 Jahren arbeitet Charles Linsmayer unter anderem als Herausgeber von aktueller, aber auch von älterer, zum Teil vergessener Schweizer Literatur. Im Gespräch mit BuchZeichen erzählt er von dieser Leidenschaft. Und von seiner Überzeugung, dass gute Literatur nie veraltet ist.

    Britta Spichiger