Von Reichen und Schönen

Alaa Al-Aswani erzählt in «Der Automobilclub von Kairo» von dekadenten Reichen, die sich mit schönen Frauen vergnügen und Bediensteten, die ausgebeutet und schikaniert werden. Philipp Tingler beschäftigt sich im Roman «Schöne Seelen» mit den Schönen und Reichen der Zürcher Gesellschaft.

Beiträge

  • Im Automobilclub von Kairo gehen Paschas, Monarchen und Diplomaten ein und aus (Bild: Coverausschnitt)

    Alaa Al-Aswani: Der Automobilclub von Kairo

    Al-Aswani schildert in seinem 656-seitigen Familien- und Gesellschaftsroman wie Mächtige und Reiche sich in den 1940er Jahren im mondänen Automobilclub von Kairo die Zeit vertreiben, beim Poker amüsieren und in der Bar voll laufen lassen.

    Die schlecht bezahlten Angestellten hingegen werden schamlos ausgebeutet, schikaniert und geschlagen.

    Dem ägyptischen Zahnarzt und Schriftsteller ist es gelungen, den Finger auf eine wunde Stelle zu legen, indem er Ungerechtigkeiten und die Verlogenheit einer Gesellschaft aufzeigt.

    Buchhinweis: Alaa Al-Aswani. Der Automobilclub von Kairo. S. Fischer 2015.

    Susanne Sturzenegger

  • Philipp Tingler wirft einen sarkastischen Blick auf die Schönen und Reichen der Zürcher Gesellschaft (Bild: SRF)

    Philipp Tingler: Schöne Seelen

    Sie gehören zur Zürcher High Society und haben jede Menge Geld und Zeit. Die Damen lassen sich ihre Rosenbouquets mit Chanel 5 parfümieren und malen ihre Nägel dschungelrot an. Die Herren treffen sich zum Lunch und trinken anschliessend Prince-of-Wales Cocktails.

    Um ihren Körper zu optimieren, legen sie sich gerne mal unters Messer und für die Seele trinken sie einen Margarita mit Aspirin oder gehen zum Psychiater.

    Man spürt Philipp Tinglers Freude am Kreieren von überdrehten Figuren und Schildern von skurrilen Szenen.

    Buchhinweis: Philipp Tingler. Schöne Seelen. Kein & Aber, 2015.

    Susanne Sturzenegger