Von Treibsand und Unschuld

Sie haben beide Weltliteratur geschrieben: Der Schwede Henning Mankell und der US-Amerikaner Jonathan Franzen. Und vieles hat sie verbunden: die Lust am Geschichtenerzählen und das Interesse an gesellschaftspolitischen Fragen. Jetzt ist Henning Mankell tot er ist am 5. Oktober an Krebs gestorben. Luzia Stettler stellt sein jüngstes Buch «Treibsand» vor und auch den neuen Roman «Unschuld» von Jonathan Franzen.

Beiträge

  • Der schwedische Beststellerautor Henning Mankell (Bild: Sara Appelgren)

    Henning Mankell – ganz persönlich

    Im schwedischen Fernsehen hatte Henning Mankell noch vor kurzem über den Umgang mit seiner Krankheit gesprochen; jetzt ist er dem Krebs erlegen. Das «BuchZeichen» stellt einen Ausschnitt aus diesem persönlichen Interview vor.

    Einblick in das engagierte Leben gibt auch das letzte Buch von Henning Mankell: «Treibsand was es heisst, ein Mensch zu sein». Man lernt hier den weltberühmten Schriftsteller von seiner privaten und politischen Seite kennen. So erzählt er zum Beispiel aus seiner Kindheit und warum ihn das Thema Verbrechen interessierte.

    Buchhinweis: Henning Mankell. Treibsand. Zsolnay, 2015

    Luzia Stettler

  • Jonathan Franzen zieht seine Leserschaft in den Bann (Bild: Beowulf Sheehan)

    Von der Kraft des Erzählens

    Manipulation ist wie der morastige Boden, auf dem der neue Roman «Unschuld» von Jonathan Franzen steht; alle Figuren machen sich schuldig, lassen sich einspannen und ausspielen. Es geht um Mord und Missbrauch, um Verrat und Selbstbetrug.

    Selbst die liebenswürdige Pip ist nicht über jeden Verdacht erhaben.

    Mit diesem farbigen Gesellschaftspanorama bestätigt der US-Amerikaner seinen Weltruf als Romancier: Er baut auf die Kraft des Erzählens und schafft es, die Leserinnen auf über 800 Seiten voll in seinen Bann zu ziehen.

    Buchhinweis: Jonathan Franzen. Unschuld. Rowohlt, 2015.

    Luzia Stettler

  • Daniel Kehlmann hat Jonathan Franzen bei Recherchen begleitet (Bild: Heji Shin)

    Jonathan Franzen auf Recherche

    Ein wichtiger Teil des neuen Romans «Unschuld» von Jonathan Franzen spielt in der ehemaligen DDR. Franzen hat das alte Ostberlin als Germanistik-Student noch selber erlebt, ist aber jetzt für die aktuellen Recherchen mehrmals nach Deutschland zurückgekehrt.

    Sein Schriftstellerkollege und Freund Daniel Kehlmann hat ihn u.a. beim Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen begleitet. Im Gespräch mit Luzia Stettler erzählt er, wie er Jonathan Franzen bei der Arbeit erlebt hat.

    Luzia Stettler