Der Dönerkönig

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Vor 28 Jahren kam Zeynel Demir als Flüchtling völlig mittellos in die Schweiz. Seit damals hat der Kurde den Döner in der Schweiz salonfähig gemacht und eine Firma aufgebaut mit der er heute 40 Millionen Franken Umsatz im Jahr erzielt. Zurück in sein Dorf in der Türkei darf er aber immer noch nicht.

Zeynel ist ein schweigsamer Mann geworden. Seine Familie in der Türkei wurde wegen seiner Flucht jahrelang schikaniert. Der Dokumentarfilmer Yusuf Yesilöz, ebenfalls Kurde und im gleichen Jahr wie Zeynel als Flüchtling in die Schweiz gekommen teilt ein ähnliches Schicksal. Yesilöz hat sich seinem erfolgreichen Landsmann mit der Kamera genähert und zeichnet feinfühlig nach, weshalb Zeynel Demir solchen Erfolg hat und wie es sich mit zwei Seelen und Kulturen in der Brust in der Schweiz so lebt.

Zeynel Demir könnte sich heute alles leisten; aber am liebsten verbringt er seine Freizeit immer noch im Alevitischen Verein. Dort ist er zu Hause, dort spricht man seine Sprache. Ein zweites Zuhause ist seine Firma Royal Döner in Winterthur. Mittlerweile beschäftigt Zeynel 115 Arbeiter, vorwiegend Kurden, und auch hier spricht man vor allem kurdisch. Aber nicht nur seine Firma ist eine Anlaufstelle für Kurden in der Schweiz. Zeynel hat mit der Vergabe von Krediten auch vielen Kurden zu einem eigenen Döner-Restaurant verholfen.

Viele seiner ehemaligen Arbeiter haben sich zwischenzeitlich selbständig gemacht und sind heute Abnehmer von Döner-Fleisch. Mit seiner Döner-Produktion beliefert Zeynel Demir mittlerweile rund tausend Döner-Imbissstände in der ganzen Schweiz und setzt so mehr um als McDonald's. Das Geschäftsmodell von Royal Döner ist in der Schweiz zu einem Erfolgsmodell geworden.

Zeynel Demir ist ein gutes Beispiel für eine geglückte Integration. Und dennoch zeigt seine Geschichte sehr eindrücklich, wie schwierig es ist, zwischen zwei Kulturen zu leben. Zeynel leidet noch heute jeden Tag darunter, dass er nicht in seine Heimat zurückkehren kann. Zeynel Demir wurde in der Türkei verfolgt. Er ist heute noch zur Verhaftung ausgeschrieben, weil er sich mit Flugblättern gegen die Unterdrückung der Kurden gewehrt hatte.