Der Schimpansen-Komplex

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Traumatisierte Schimpansen, die isoliert bei Menschen aufgewachsen sind, lernen in einer Rettungseinrichtung zum ersten Mal Artgenossen kennen. Die Pfleger, die diesen sensiblen Prozess begleiten sind gefordert. Müssen sie doch als Menschen den Schimpansen zeigen, wie sich Tiere verhalten.

Traumatisierte Schimpansen die als Haustiere, in Laboren oder als Zirkusattraktion nur unter Menschen gelebt haben, lernen zum ersten Mal Artgenossen kennen um sich vom Menschen zu entwöhnen. Möglich macht dies ein holländisches Schimpansen-Rehabilitationszentrum.

Die Betreuerinnen und Betreuer, welche die sensiblen Prozesse begleiten und das Verhalten der Tiere erklären und kommentieren, wissen um den Widerspruch in ihrer täglichen Arbeit. Jeder sucht dabei nach einem individuellen Weg, mit der ambivalenten Beziehung zwischen Mensch und Menschenaffe zurechtzukommen.

Mojo gerät in Panik wenn er in die Nähe anderer Schimpansen kommt und ist depressiv. Er lebte 30 Jahre lang mit einer inzwischen alten Dame als Kinderersatz in Belgien. Extrem überfüttert und verlottert kam er von dort ins holländische Schimpansen-Rehabilitationszentrum. Keiner der Versuche des Betreuerteams, wie der Einsatz von Antidepressiva, Spezialdiäten oder das Lehren der «Affensprache», hat zu einer echten Verbesserung geführt. Schlagen alle Versuche fehl, wäre einschläfern der nächste Schritt. Doch die Pfleger, die täglich mit ihm arbeiten, wehren sich noch gegen diese Lösung.

Regina wuchs als vollwertiges Familienmitglied in einem litauischen Zirkus auf und wurde zehn Jahre lang in einem dunklen Keller gehalten. Sie scheint nach anfänglichen Schwierigkeiten hingegen auf gutem Weg zu sein, sich ihren Artgenossen anzunähern und von ihnen akzeptiert zu werden. Ein dritter Schimpanse soll in der ersten Zeit nach seiner «Befreiung» im Labor beobachtet werden.

Der Filmemacher Marc Schmidt begleitet mit der Kamera die Entwicklung, Betreuung und Wiedereingliederung dieser Tiere. In einem sorgfältig überwachten Rehabilitationsprozess treffen sie zum ersten Mal auf andere Schimpansen. Schrittweise werden sie miteinander bekannt gemacht, mit dem Ziel, dass sich die Tiere am Ende zu einer eigenen Gruppe zusammenfinden. Doch durch ihre Sozialisation haben sie menschliche Verhaltensmuster kopiert und verstehen einander oft nicht. Missverständnissen und Konflikten sind so programmiert.