Die Reise zum sichersten Ort der Erde - wohin mit dem Atommüll

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Weltweit warten 350'000 Tonnen Atommüll auf ihre Endlagerung. Tödlicher Abfall der für Hundertausende von Jahren sicher für Mensch und Umwelt entsorgt werden muss. Der Schweizer Dokumentarfilmer Edgar Hagen hat sich auf die Suche nach einem Ort gemacht - den es vielleicht gar nicht gibt.

Die Chinesische Weisheit: „Wer ein Haus baut, sollte die Toilette nicht vergessen“, gilt sinngemäss auch für Atomkraftwerke.

„Sauberer Strom“ hinterlässt hochgiftigen Abfall. In diesem Dilemma steckt die Menschheit seit das erste Atomkraftwerk 1956 ans Netz ging. Bis heute haben sich 350’000 Tonnen hochradioaktive Abfälle angesammelt - 10’000 Tonnen kommen jährlich dazu. An einer sicheren Lösung für die Endlagerung wird fieberhaft gesucht. Wo auf dieser Welt kann das lebensgefährliche Material für mehrere 100‘000 Jahre sicher eingelagert werden.

Die nukleare Katastrophe in Fukushima im März 2011 hat die Gefahr der Atomenergie in den Fokus der Öffentlichkeit katapultiert. Auch die Schweiz beschliesst in einem Grundsatzentscheid den Ausstieg aus der Kernenergie. Nicht von heute auf morgen, die Diskussion über den richtigen Zeitpunkt ist immer noch in vollem Gange. Doch je länger die Zeitspanne in der weiterhin Atommüll anfällt dauert desto grösser der Abfallberg.

Der technische Fortschritt wird’s schon richten

Es herrscht ein fast religiöser Glaube, dass sich in Zukunft alles fügen wird. Die Verdrängung des Problems wird dadurch begünstigt, dass das radioaktive Material aus Sicherheitsgründen auch heute schon provisorisch weggesperrt werden muss: Aus den Augen aus dem Sinn.

Einige Experten sind überzeugt: Unter der riesigen, flachen westaustralischen Steppe liesse sich der hochradioaktive Müll der ganzen Welt deponieren. Doch Australien, das selbst keine Atomenergie produziert, ist nicht begeistert. Kann, darf, muss ein solches Projekt irgendwann gegen gesellschaftlichen Widerstand durchgesetzt werden? Was rechtfertigt unser gegenwärtiges Handeln gegenüber zukünftigen Generationen?

Die Reise zum sichersten Ort der Erde ist kontrovers und führt bis ans Ende der Welt. Es zeichnet sich ab, dass es keine schnelle Lösung des Konflikts geben wird.