Als die Sonne vom Himmel fiel - Eine Spurensuche in Hiroshima

Dokumentarfilmsommer 2017

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Auch viele Jahre nach dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima wurde über die wahren Auswirkungen von Radioaktivität geschwiegen. Die Filmemacherin spricht mit Zeitzeugen die auch heute noch fast täglich unterwegs sind, um in öffentlichen Vorträgen über die Gefahr der Atomkraft sprechen.

Als am 6. August 1945 um 8:15 die Atombombe über Hiroshima detonierte, befand sich der Grossvater der Filmemacherin Aya Domenig auf dem Weg zur Arbeit im Rotkreuzspital in Hiroshima. Durchs Fenster der Eisenbahn sah er den Blitz des aufsteigenden Atompilzes. Über viele Umwege erreichte er den Arbeitsort. Seine Familie die etwa 75 Kilometer ausserhalb wohnte, sah er erst zehn Tage später wieder. Nach dem Abwurf starben ca. 80'000 Menschen sofort, noch Jahre danach verendeten aufgrund der unsichtbaren Verstrahlung Zehntausende.

Über seine damaligen Erlebnisse hatte der Grossvater Zeit seines Lebens nie gesprochen. Einerseits sass das Trauma wohl sehr tief, andererseits gab es, während der Zeit der amerikanischen Besatzung, ein striktes Verbot über die Auswirkungen der Atombombe zu sprechen. Dazu kam wohl auch die gesellschaftliche Diskriminierung. Zu gross war das Risiko weder Arbeit noch Heiratspartner zu finden.

Die Filmemacherin spricht mit Zeitzeugen und Kollegen ihres Großvaters. Trotz hohem Alter, sind diese auch heute noch fast täglich unterwegs um in öffentlichen Vorträgen über die Gefahr der Atomkraft sprechen. Der Film ist jedoch nicht nur ein Werk über die Jahrhundert-Tragödie sondern auch eine Anklage gegen die Nutzung von Kernenergie. Auch im Japan der Gegenwart haben Atomkraft-Gegner einen schweren Stand. Der Film verleiht ihnen nun eine Stimme, die man nicht überhören kann.