Emilie Kempin-Spyri - Europas erste Juristin

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Sie liebte die Freiheit, provozierte die Männer und stand ein für ihre Rechte. Emilie Kempin-Spyri war ihrer Zeit weit voraus. Vor über hundert Jahren promovierte sie als erste Frau in Europa zur Doktorin beider Rechte. Doch ihr Kampf für die Besserstellung der Frauen forderte ihren Tribut.

Emilie Kempin-Spyri (1853 bis 1901) traute sich, mutig und selbstbestimmt aufzutreten, nicht nur im Gerichtssaal, sondern auch in der eigenen Familie und Ehe - für eine Frau im 19. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit.

Mit der Unterstützung von Freunden, Verbündeten und Sponsoren hat sie sich zeitlebens für die Besserstellung der Frauen eingesetzt; von Zürich über Berlin bis nach New York. Obwohl sie nur drei Jahre in New York war, hatte sie dort erreicht, wofür man normalerweise ein ganzes Leben braucht: die Gründung und Leitung einer Frauenrechtsschule, das Führen eines Anwaltsbüros und die Zulassung als reguläre Universitätsprofessorin. Bis heute ist ein Lehrstuhl an der New York University nach Emily Kempin benannt.

So erfolgreich Kempin in den USA beruflich war, so sehr litt sie unter der Trennung von ihrem Mann und ihren drei Kindern. Der Familie zuliebe kehrte sie in die Schweiz zurück, wanderte ein zweites Mal aus - diesmal nach Deutschland - und starb im Alter von nur 48 Jahren in der Irrenanstalt Friedmatt in Basel.

Autorin Rahel Grunder begibt sich in der Schweiz und in New York auf Spurensuche und spricht mit Expertinnen. Sie rekonstruiert mit Spielfilmelementen die aufwühlende Geschichte der Schweizer Pionierin, die erstmals Bekanntheit erlangte mit Eveline Haslers Buch «Die Wachsflügelfrau».