Iraqi Odyssey

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Bilder westlicher Nachrichten aus dem Irak von heute zeigen einen zerstörten Staat. Jeder fünfte Iraker lebt in der Diaspora. Die Regierung des Iraks ist schwach, Fundamentalisten beherrschen das Land. Anhand seiner Familie erzählt der Filmemacher Samir wie es so weit kommen konnte.

Wütende Kriegserklärungen bärtiger Männer. Auto-Bomben. Schluchzende Frauen in schwarzen Umhängen. Zerstörte Häuser, staubige Landschaften. So sehen die Bilder westlicher Nachrichten aus dem Irak von heute aus. Dem gegenüber stehen Erinnerungen einer Familie aus den fünfziger bis siebziger Jahren: Frauen in schicken Kleidern studieren an der Universität und werden von zuvorkommenden Männern in eleganten Anzügen begleitet. Überall ist moderne arabische Musik zu hören. Die Kinos zeigen amerikanische, indische und arabische Filme. Trotz Demonstrationen und Kritik an der kolonialen Tradition des Westens, dominiert ein ausgeprägter Glaube an den Fortschritt und die Teilhabe an der modernen Welt.

Fünfzig Jahre später ist davon nichts mehr geblieben. Heute lebt jeder fünfte Iraker in der Diaspora. Auch Samis Verwandte sind überall auf der Welt zerstreut. Doch die Sehnsucht nach der Heimat ist stark. Samirs Vater, der aus der Schweiz in den Irak zurück wollte, kam während des Irak-Iran-Krieges ums Leben. Anhand seiner irakischen Familie schildert der Filmemacher den Traum von Moderne, gesellschaftlichem Fortschritt und dem Wunsch nach Freiheit.

Dank einzigartigem Archivmaterial aus privaten und staatlichen Quellen, erleben wir die ottomanische Ära, die Jahre des britischen Völkerbund-Mandats, die Hoffnungen auf Unabhängigkeit, die Machtübernahme der Baath-Partei und die Radikalisierung unter Saddam Hussein sowie die Mitverantwortung des Westens für den Zusammenbruch weiter Teile dieser Welt.