Matchmaker - Auf der Suche nach dem koscheren Mann

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Drei Familienportraits. Drei Mal jüdisches Leben – so unterschiedlich, wie das Judentum nur sein kann. Und dazwischen die Regisseurin Gabrielle Antosiewicz die sich mit Witz, Mut und Charme auf die schwierige Suche nach dem perfekten jüdischen Mann macht.

Es ist für eine jüdische Singlefrau um die 30 Jahre nicht gerade einfach, einen Partner zu finden. Denn unter den rund 9000 männlichen Schweizer Juden gibt es gerade einmal ein paar Dutzend heiratswillige potenzielle Kandidaten in ihrem Alter. Das eidgenössische Judentum präsentiert nämlich eine Vielfältigkeit, die sonst in Europa kaum mehr zu finden ist: von säkular bis ultraorthodox - mit sämtlichen Zwischentönen.

Im Selbstversuch macht sich die Regisseurin auf die Suche nach dem perfekten Partner. Um gleich auch die Handfertigkeiten der Kandidaten zu testen, bittet sie die jungen Männer in ihre Küche und bäckt mit ihnen das traditionelle Brot für Sabbat - mit ganz unterschiedlichen Resultaten.

Unterschiedlich sind auch die Einsichten über Religion, Tradition und Partnerschaft, die sie dabei gewinnt. Diese humorvollen Dates bilden den Erzählrahmen, in welchen drei Familienporträts eingebettet sind: Da ist die orthodoxe Mutter, die über die Stellung der Frau im Judentum philosophiert ohne dabei den Besen aus der Hand zu legen. Der Vater einer liberalen Familie der versucht sein Judentum mit seinem vorwiegend nicht jüdischen Alltag zu kombinieren. Und der Ultraorthodoxe Käsehändler, der völlig in der Tradition aufgeht.

Alle drei Familien bewegen sich vor der Kamera mit einer Offenheit, die beeindruckt. Religiöse Juden zeigen sich nur selten freiwillig vor der Kamera. Dass sich hier zwei orthodoxe Familien darauf eingelassen haben, einem Filmteam den Zutritt zu ihrem Privatleben zu ermöglichen, ist sicherlich eine ganz besondere Leistung und macht diesen Film um jüdisches Leben und Lieben zu einer ganz besonderen Dokumentation. Das hat auch das Kinopublikum honoriert: Es machte «Matchmaker» im Erscheinungsjahr 2005 zum erfolgreichsten Dokumentarfilm.