Rue de Blamage - Geschichten von der Baselstrasse in Luzern

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Eine lärmige Ausfallstrasse am Rand von Luzern. Menschen aus über siebzig Nationen leben in dieser unwirtlichen Strassenschlucht. Hier reiht sich Gemüsehändler an Bestattungsinstitut, Coiffeur an Strassendealer. Wer an dieser Strasse seine Bleibe findet, lebt nicht im Rampenlicht der Gesellschaft.

Da ist die syrische Flüchtlingsfrau Amal Naser, die verzweifelt versucht, für ihre in Damaskus zurückgebliebene Tochter eine Ausreisemöglichkeit zu organisieren. Als rasender Strassenmusiker kurvt der Ex-Junkie Daniele Martin auf seinen Rollschuhen durchs Quartier und möchte so gern ein guter Vater sein. Herz des Films bilden der Künstler Christoph Fischer und der Strassenwischer Heinz Gilli.

Von seinem Atelier am Kreuzstutz-Kreisel aus beobachtet der freischaffende Illustrator Christoph Fischer seit Jahren das Strassentreiben und ist quasi zum Chronisten des Quartiers geworden. Und so entstand seine Idee, dem inzwischen pensionierten Strassenwischer Heinz auf dem heftig umbrausten Kreisel ein persönliches Denkmal zu setzen, in Form einer überlebensgrossen Statue. Ein Unterfangen, welches das ungleiche Paar bis zu seiner glücklichen Vollendung auf manche Probe stellt.

Der Luzerner Regisseur Aldo Gugolz verbrachte einen Teil seiner Kindheit selbst an der Baselstrasse - bei italienischen Verwandten, deren Welt ihm viel aufregender erschien als sein bürgerliches Vorstadtdasein. Nun, Jahrzehnte später, ging er zurück. Sein Film nähert sich behutsam Menschen, die wir im Alltag allzu oft übersehen. Er erzählt leise, kleine Geschichten, die von den grossen Verwerfungen unserer Zeit handeln - und deckt dabei das allzu Menschliche, Universelle auf, das jedem Leben innewohnt. Das geht direkt ins Herz.