The Sound of Insects - Bericht einer Mumie

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Im tiefen Winter findet ein Jäger in einem abgelegenen Wald die Mumie eines 40-jährigen Mannes. Aufgrund der minutiösen Aufzeichnung des Toten stellt sich heraus, dass der Mann im Sommer Selbstmord durch Verhungern begangen hat. Eine filmische Annäherung an die Vergänglichkeit.

Ein 40-jähriger Mann beschliesst sich auf eine ungewohnte Art umzubringen. Er will sich zu Tode hungern. Seine Werkzeuge sind eine Plastikplane, ein Radio und ein Tagebuch. Mit diesen Utensilien verschanzt er sich im Wald und wartet auf den Tod. Aus seinen akribischen Aufzeichnungen ist ersichtlich, dass der Tod auf sich warten liess. Über zwei Monate siechte der Mann dahin. In seinem Tagebuch hält er bis kurz vor seinem Tod fest, was mit seinem Körper und Geist geschieht.

Peter Liechti's Film beruht zwar auf einer wahren Begebenheit bewegt sich aber an der Grenze zum Experimentalfilm. Die Kamera auf den behelfsmässigen Wetterschutz aus Plastik gerichtet, dokumentiert den Verlauf der Zeit, Vergänglichkeit wird sichtbar. Eine tragende Rolle im Film spielt sicher die Tonspur, in der das Summen von Insekten bald die Hauptrolle übernimmt.«The Sound of Insects» wurde an zahlreichen Festivals aufgeführt und mit dem Europäischen Dokumentarfilmpreis 2009 ausgezeichnet.

Peter Liechti, einer der bedeutendsten Schweizer Filmschaffenden der Gegenwart, ist am 4. April 2014 nach langer Krankheit in Zürich gestorben. Im März noch gewann der 63-Jährige für seinen letzten Film «Vaters Garten. Die Liebe meiner Eltern» den Schweizer Filmpreis.

In Hommage an Peter Liechti zeigt SRF drei seiner Werke: Neben «The Sound of Insects» sind am kommenden Sonntag in der Sternstunde Kunst die Filme „Signers Koffer“ und „Hans im Glück“ zu sehen. Details dazu, die genauen Sendezeiten sowie eine Übersicht weiterer Sendungen finden Sie unter unter www.srf.ch/kultur.