Von heute auf morgen - Zwischen Autonomie und Fremdbestimmung

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Möglichst alt werden und den Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen: Wer möchte das nicht? „Von heute auf morgen“ porträtiert alte Menschen, denen es gelingt, sich dieses Stück Unabhängigkeit noch eine Weile zu bewahren. Mithilfe der Spitex, mit Humor und einer gehörigen Portion Sturheit.

Mithilfe von spitalexternen Betreuungsdiensten können immer mehr Menschen bis ins hohe Alter zu Hause bleiben. Umgeben von den vertrauten Dingen, die sich im Lauf ihres Lebens ange­sam­melt haben, fühlen sie sich geborgen und können sich ein Stück Unabhängigkeit bewahren.

Zwar fühlt sich die 94-jährige Elisabeth Willen oft sehr einsam. Dennoch kann sie sich nicht vorstellen, ihr schönes Haus mit der Aussicht ins Grüne zu verlassen. Ihre Angehörigen und die Mit­arbei­ter der Spitex müssen ihr beibringen, dass genau dies unausweichlich ist.

Monique Hofmann träumt davon, ihren Lieblingsschlagersänger Rudy Giovannini noch einmal persönlich zu treffen. Ihre schwere Krankheit macht es allerdings immer unwahr­scheinlicher, dass dieser Traum in Erfüllung geht. Doch sie gibt die Hoffnung nicht auf.

Silvan Jeker und Anny Fröhlich haben grosse Mühe damit, auf Hilfe angewiesen zu sein. Um ihre Autonomie zu verteidigen, leisten sie passiven und aktiven Widerstand gegen die Menschen, die ihnen eigentlich helfen möchten.

Die Angehörigen sind mit der Situation oft über­fordert, und so werden für viele alte Menschen die Mitarbeitenden der Spitex zu den wichtigsten Bezugspersonen. Die Pflegerinnen und Pfleger besuchen sie täglich, versorgen sie medizinisch und helfen ihnen beim Waschen, Anziehen und Saubermachen. Doch im Gegensatz zu den Betagten, für die sie das existenzielle Bedürfnis nach menschlichem Kontakt abdecken, ist es für die Pflegenden «nur» ein Job: Die Spitex «verwaltet» alte Menschen im Auftrag der Gesellschaft. Ein Job unter stetig steigendem Spar- und Zeitdruck, denn die Interessen des Individuums stehen gegen diejenigen der zahlenden Gemeinschaft.

Vor diesem Hintergrund erzählen Frau Willen, Frau Fröhlich, Frau Hofmann und Herr Jeker aus ihrem Alltag, von Momenten der Trauer und der Freude, von Hilflosigkeit, Melancholie und den schönen Erinnerungen, die das Leben ausmachen. Mit viel Witz und trotzigem Humor. Doch manchmal bleibt einem das Lachen im Hals stecken.