50 Jahre später: Was bleibt von 1968?

  • Dienstag, 27. Februar 2018, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 27. Februar 2018, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 28. Februar 2018, 1:40 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 28. Februar 2018, 11:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 28. Februar 2018, 16:40 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 1. März 2018, 4:00 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 1. März 2018, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 2. März 2018, 9:55 Uhr, SRF info
    • Samstag, 3. März 2018, 14:00 Uhr, SRF info

1968 war ein Jahr des Aufruhrs: Junge Menschen kämpften gegen bestehende Hierarchien, hinterfragten Autoritäten und träumten von einer besseren Welt. Die 68er-Revolution hat vor 50 Jahren die Gesellschaft erschüttert, auch in der Schweiz.

Der Vietnamkrieg, der Tod von Che Guevara, die Ermordung Martin Luther Kings, die Zerschlagung des Prager Frühlings - die Ereignisse überstürzten sich in dieser Zeit und die Jugend ging entrüstet und wütend auf die Strasse. Angesteckt von der weltweiten 68-er Revolte ging es auch in der Schweiz so richtig ab: Studentendemos, Sit-ins an der Universität, Strassenschlachten um das Zürcher Globus-Provisorium. Aber es entstand auch eine neue Jugendkultur, eine neue Art von Musik gab den Ton an, die bestehende Gesellschaftsordnung wurde auf den Kopf gestellt. Viele Revoluzzer von damals haben später Karriere gemacht, wurden Entscheidungsträger. Der Marsch durch die Institutionen hat vieles positiv verändert: aus Patriarchat wurde Partnerschaft, ein offeneres Wirtschaftsrecht und Lücken im Sozialstaat wurden geschlossen. Kritiker argumentieren, es wurde auch viel Unsinn gefordert.

Barbara Lüthi diskutiert im «Club» was aus den Forderungen geworden ist und welche Spuren die 68er-Bewegung hinterlassen hat.

Benedikt Weibel, ehemaliger Konzernchef SBB
Elisabeth Joris, Historikerin
Hans-Jürg Fehr, ehemaliger Nationalrat SP/SH
Marianne Kleiner, ehemalige Nationalrätin FDP/AR
Beat Kappeler, Ökonom
Andreas Honegger, Journalist

Positionen der Gäste

Benedikt Weibel: «Ich habe an eine andere, bessere Welt geglaubt. Vor allem der Anarchismus hat mich beeindruckt, das Zerschlagen jeglicher Strukturen und Hierarchien.»

Elisabeth Joris: «Für uns 68er war die Welt veränderbar. Es ging um Solidarität und den Mut, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten. Und natürlich um die Frauenbefreiung.»

Hans-Jürg Fehr: «Zu den ganz grossen Errungenschaften der 68er-Bewegung gehört der Abbau autoritärer Strukturen, insbesondere des Patriarchats. Statt patriachaler Beziehungen haben wir heute partnerschaftliche Beziehungen.»

Marianne Kleiner: «Als junge Mutter habe ich wehmütig der 68er-Bewegung zugeschaut und hätte auch gerne nächtelang diskutiert. Später, als Finanzpolitikerin, habe ich gemerkt, dass der Sozialstaat zu üppig geworden ist und die Selbstverantwortung der Menschen zu sehr schmälert.»

Beat Kappeler: «Der Widerspruch der 68er Zeit bis heute war die - berechtigte - Forderung nach freiem individuellem Leben, gleichzeitig nach kollektiver Wirtschafts- und Gesellschaftslenkung.»

Andreas Honegger: «Alle emanzipatorischen Ansätze wären auch ohne 68er-Bewegung und ohne fliegende Pflastersteine gekommen - aber vielleicht wären uns einige Dinge ohne 68er-Bewegung erspart geblieben.»

Mehr zum Thema