Ausgeholzter Blätterwald - wer investiert noch in Journalismus?

  • Dienstag, 31. Oktober 2017, 22:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 31. Oktober 2017, 22:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 1. November 2017, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 1. November 2017, 11:00 Uhr, SRF info
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    • Donnerstag, 2. November 2017, 12:45 Uhr, SRF info
    • Freitag, 3. November 2017, 10:00 Uhr, SRF info
    • Samstag, 4. November 2017, 14:00 Uhr, SRF info

Die Medien-Branche ist im Umbruch. Den Verlagshäusern brechen die Werbeeinnahmen weg. Auch die Abozahlen gehen zurück. Die grossen Zeitungsverlage reagieren mit Sparrunden und bündeln die Kräfte.

Redaktionen werden zusammengelegt, Zeitungsinhalte zentralisiert und konzentriert. Ausland-, Inland-, Wirtschafts- und Sportberichterstattung aus einer Hand für unterschiedliche Zeitungstitel in unterschiedlichen Regionen. Was heisst das für die Pressevielfalt? Für die Qualität der Medien? Für die «4. Gewalt» im Staat? Für die Meinungsvielfalt? Droht uns der grosse Einheitsbrei?

Und müsste jetzt, wie gewisse Kreise fordern, der Staat in die Bresche springen? Oder ist doch alles halb so wild und Investitionen, wie sie zum Beispiel alt Bundesrat Christoph Blocher mit dem Kauf der 25 Gratis-Wochenzeitungen des Zehnder-Verlages getätigt hat, lohnen sich immer noch?

Unter der Leitung von Franz Fischlin diskutieren im «Medienclub»:

Christoph Blocher, Teilhaber BaZ-Holding AG mit Zehnder Regiomedia AG
Susan Boos, Redaktionsleiterin Wochenzeitung WOZ
Jacqueline Badran, Unternehmerin, Nationalrätin SP/ZH
Arthur Rutishauser, Chefredaktor «Tages-Anzeiger» und «SonntagsZeitung»

Positionen:

Christoph Blocher: «Wir erleben eine starke Medienkonzentration: Immer weniger Verlage und damit auch eine ärmere Medienvielfalt. Zuoberst steht ein immer stärker ausgreifendes Radio und Fernsehen mit staatlichen Gebühren. Für die Meinungsbildung ist dies bedenklich. Es gilt, Gegensteuer zu geben.»

Susan Boos: «Die Medienkonzentration ist der Versuch, Journalismus effizienter zu gestalten. Aber am Ende lesen immer mehr dasselbe. Das ist langweilig und miserabel für die Demokratie – deshalb braucht es möglichst viele unabhängige Medien.»

Jacqueline Badran: «Vielfallt alleine reicht nicht. Die Medienqualität ist entscheidend.»

Arthur Rutishauser: «Die Vielfalt der Medien-Plattformen ist so gross wie noch nie. Umso wichtiger ist ein unabhängiger Journalismus. In diesen muss man aber auch investieren.»