Die Schuld am Bärendrama

  • Dienstag, 8. April 2014, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 8. April 2014, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 9. April 2014, 1:35 Uhr, SRF 1
    • Mittwoch, 9. April 2014, 11:00 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 10. April 2014, 4:05 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 10. April 2014, 12:45 Uhr, SRF info

Auch das zweite Bärenbaby ist tot. Das Drama im Berner Bärenpark bewegt die Menschen. Tierschutzkreise unterstellen den Betreibern Fehlverhalten. Die zwei Jungen könnten noch leben. Erneut ist die Grundsatzdiskussion entflammt, wie klug es ist, Wildtiere in Gehegen, in Parks oder Zoos zu halten.

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Auch das zweite Berner Bärenbaby ist tot. Das erste wurde von seinem Vater vergangene Woche zu Tode traktiert. Das zweite wurde wenig später von den Tierärzten eingeschläfert, um es vor weiterem Leid zu bewahren. Der Vater ging erneut grob mit ihm um, die Mutter vernachlässigte es schwer. Die Meinungen, wer letztlich schuld am Drama sei, gehen auseinander. Es komme auch in der Natur vor, dass Bärenväter ihre Kinder töten, sagen die einen. In der freien Wildbahn hätte sich der kleine Bär zu wehren gewusst oder die Mutter hätte ihn geschützt, argumentieren die andern.

Tierschutzkreise erheben Vorwürfe. Das Drama hätte verhindert werden können, wenn man den Vater von der Mutter und ihren Babys getrennt hätte. Sie stellen auch grundsätzlich die Notwendigkeit in Frage, Nachwuchs zu züchten. Dieser diene oft als Publikumsmagnet und sei nicht immer im Interesse der Tiere. Man sieht es als bessere Lösung an, die Männchen unfruchtbar zu machen. Damit sei auch ohne Nachwuchs ein reges Sexual- und Sozialleben garantiert.

Wenn es bei Wildtieren in Gefangenschaft zu Problemen kommt, nehmen Menschen grossen Anteil und reagieren übermässig emotional. So auch jüngst, als im Zoo von Kopenhagen die Giraffe «Marius» getötet, öffentlich zerlegt und von den Löwen verspeist wurde. Wenig später wurden im gleichen Zoo vier Löwen wegen Platzmangel eingeschläfert. Die Proteststürme waren europaweit zu vernehmen. Aber warum? Haben wir das gesunde Verhältnis zur Natur, in welcher der Tod dazu gehört, verloren?

Im «Club» mit Karin Frei stehen das Bärendrama von Bern und die Grundsatzfragen der Wildtierhaltung zur Debatte.

Gesprächsgäste:

Peter Schlup, Leitung Bärenpark Bern
Julie Marie Stillhart , Leiterin «Vier Pfoten Schweiz»
Andreas Moser, Biologe SRF
Antoine F. Goetschel, Tieranwalt
Peter Dollinger, Geschäftsführer «Zoo Schweiz»
Robert Zingg, Kurator Zoo Zürich

Beiträge

  • Karin Frei

    Moderatorin Karin Frei präsentiert Thema und Gesprächsgäste:

  • Peter Schlup

    Die Verantwortlichen erklären, warum sie trotz schwierigen Voraussetzungen Nachwuchs gezüchtet haben:

  • Antoine F. Goetschel

    Der Tieranwalt qualifiziert den Bärentod als Tierquälerei und fordert strafrechtliche Konsequenzen:

  • Andreas Moser

    Das Verhältnis Mensch-Tier ist geschichtlich gesehen eines auf Leben und Tod:

  • Julie Marie Stillhart

    Die Tierschützerin insistiert, dass Bären keinen Nachwuchs brauchen um ein befriedigendes Sozialleben zu führen:

  • Robert Zingg

    In einer von der Natur weitgehend entfremdeten Gesellschaft, bieten Zoos einzigartige Erlebniswelten:

  • Peter Dollinger

    Der Tierarzt und ehemalige Direktor des Weltzooverbandes glaubt nicht an das von den Tierschützern geforderte Zuchtmanagement:

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