Eltern auf dem Prüfstand

  • Dienstag, 23. August 2016, 22:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 23. August 2016, 22:20 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 24. August 2016, 1:40 Uhr, SRF 1
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    • Freitag, 26. August 2016, 10:05 Uhr, SRF info

Recht machen können es Eltern nie. Wer nicht rund um die Uhr verfügbar ist, erntet Kopfschütteln. Behüten, bewachen und fördern Eltern ihre Kleinen, spricht man boshaft von Helikopter-Eltern. Wo liegt das richtige Mass?

Die Mehrheit der Eltern erzieht ihren Nachwuchs mit einer gesunden Portion Menschenverstand, sagen Schulexperten. Und doch: Nicht nur Eltern, die ihre Kinder sich selbst überlassen sind problematisch, immer öfter sind es auch jene, die es mit ihrem Engagement übertreiben.

Sie spielen dem Ungeborenen Mozart-Sonaten vor. Sie pauken Frühchinesisch mit 5-Jährigen, überwachen jeden Schritt der lieben Kleinen, kreisen buchstäblich über ihnen, die sogenannten Helikopter-Eltern. Nicht selten terrorisieren über-ehrgeizige Mütter und Väter Lehrer und Schulpsychologen.

Während andere Eltern ihre Kinder sich selbst überlassen, keine Zeit haben, weil die wirtschaftliche Situation, der Beruf es erfordert.

Eine Kindheit zwischen Wohlstandsverwahrlosung, Überbehütung und Förderwahn. Was sind die Folgen? Ziehen wir kleine Egoisten gross oder sind nur optimal geförderte Kinder fit für das Haifischbecken der Globalisierung? Wie viel Begleitung ist zuträglich.

Eine Diskussion unter der Leitung von Karin Frei mit:

Josef Kraus, Buchautor und Pädagoge
Monika von der Heiden, Kinder- und Jugendärztin, Entwicklungspädiaterin
Maja De Luca-Wachter, Musiklehrerin
Urs Moser, Bildungsforscher
Christoph Eymann, Regierungsrat BS/LDP und Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz

Positionen:

Josef Kraus: «Helikopterpädagogik raubt den Kindern die Zukunft, weil Kinder, die auf diese Weise erzogen werden, keine Selbständigkeit und keine Eigenverantwortung entwickeln.»

Monika von der Heiden: «Für die Entwicklung des Kindes ist es wichtig, dass es sogenannte Leerzeiten und nicht Lehr- oder Lernzeiten gibt. Zur Entfaltung des Potentials, das ein Mensch hat, braucht er auch Gestaltungsmöglichkeiten.»

Maja De Luca-Wachter: «Es braucht heute viel mehr Aufklärung für uns Eltern, wie man die Kinder fördern soll. Wir Eltern sind häufig verunsichert. Vieles ist leistungsorientiert und man sorgt sich um eine sichere berufliche Zukunft der Kinder.»

Urs Moser: «Kinder wissen zwar sehr genau, was ihnen gefällt und was nicht. Trotzdem brauchen sie manchmal auch einen gewissen Druck, oder um es positiv auszudrücken: ein Hinführen zu sinnvollen Aktivitäten.»

Christoph Eymann: «Eltern mischen sich heute viel mehr ein als früher. Nicht zuletzt, weil das Ansehen der Schule leider gesunken ist.»

Beiträge

  • Karin Frei stellt ihre Gäste vor.

    In der Runde sitzen Fachleute, welche zugleich Eltern sind und diskutieren über Förderwahn, Verunsicherung und das richtige Mass an Kontrolle in der Erziehung.

  • «Viele Eltern sind bodenständig, aber ein Teil übertreibt's.»

    Josef Kraus, Buchautor und Pädagoge unterscheidet drei verschiedene Helikopter-Eltern-Typen und berichtet über deren Eigenheiten.

  • «Die Politik muss den Lehrern den Rücken freihalten.»

    Christoph Eymann, Regierungsrat und Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz, meint, der Wettbewerb aus der Wirtschaftswelt sei in die Schule transferiert worden.

  • «Vielen Eltern ist das Vertrauen in die Lehrer abhanden gekommen»

    Maja De Luca-Wachter, Musiklehrerin und Mutter, stellt fest, dass Schulen an Ansehen verloren haben. Dies verunsichere sowohl Eltern wie auch Lehrer.

  • «Bildung hat enorme Bedeutung, dies löst extremen Druck aus.»

    Urs Moser, Bildungsforscher, fasst die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre im Bildungsbereich zusammen.

  • Wird Kindern gezeigt, dass sie nicht genügen, gibt das Probleme.»

    Kinder- und Jugendärztin, Monika von der Heiden, umreisst mögliche Reaktions-Muster bei Kindern wenn der Druck durch Schule und Eltern zu hoch ist.

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