Familiendramen – wie verhindern?

Die Schlagzeilen über Tötungsdelikte an Frauen reissen nicht ab. Oft sind auch Kinder die Leidtragenden. Wie können Frauen sich schützen? Welche Hilfe leisten Polizei und Opferschutzstellen? Warum können viele Dramen nicht verhindert werden? Mona Vetsch geht den beklemmenden Fragen nach.

Die Schlagzeilen über Tötungsdelikte an Frauen reissen nicht ab. Oft gehen den Taten massive körperliche Gewalt und Drohungen voraus. In vielen Fällen gehören auch Kinder zu den Leidtragenden.

Wie können Frauen sich und ihre Kinder schützen? Welche Hilfe leisten Polizei und Opferschutzstellen? Warum können Familiendramen trotzdem oft nicht verhindert werden?

Gesprächsgäste

  • Frank Urbaniok, Experte für Risikobeurteilung, Prof. für Forensische Psychiatrie Zürich
  • Andrea Wechlin, Frauenhaus Luzern, Koordination Gewaltprävention LIP Luzern
  • Benno Annen, Oberstaatsanwalt Kanton Schwyz
  • Franziska Greber, Psychotherapeutin, Co-Leiterin Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt Kanton Zürich
  • Heinz Bachmann, Chef Aussendienst Kantonspolizei TG

Links zur Sendung

Fachverband der Frauenhäuser Schweiz und Liechtenstein

Opferhilfe Schweiz

Gewaltprävention LIP Luzern

Männerbüros

Männerlobby: männer.ch

Beiträge

  • Moderatorin Mona Vetsch

    Moderatorin Mona Vetsch

  • Frank Urbaniok, Experte für Risikobeurteilung

    Frank Urbaniok, Experte für Risikobeurteilung

    «Komplett verhindern lässt sich häusliche Gewalt nicht. Viele schwere Gewalttaten können aber vereitelt werden, wenn die Risiko-Einschätzung professionell gemacht wird. Die potentiellen Täter haben spezifische Persönlichkeitsmerkmale. Deshalb zeigen sie häufig schon vorher auffälliges Verhalten, das ist eine Chance, Risiken frühzeitig zu erkennen.»

  • Franziska Greber, Psychotherapeutin

    Franziska Greber, Psychotherapeutin

    «Unsere Herausforderung ist es, die passende Intervention und Massnahme für Täter, als auch für Opfer und ihre Kinder zu finden. Differenzierte Gefährlichkeitseinschätzungen sind dabei zentral. Damit Kinder und Jugendliche ihre Gewalterfahrungen später weder weitergeben, noch erneut Opfer werden ist eine Früherkennung und professionelle Unterstützung auch für sie wichtig.»

  • Heinz Bachmann, Chef Aussendienst Kantonspolizei TG

    Heinz Bachmann, Chef Aussendienst Kantonspolizei TG

    «Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun (Zitat Molière). In diesem Sinne steht heute das Ermitteln im Zentrum des polizeilichen Handelns und nicht, wie in früheren Jahren, das Vermitteln. Einsätze im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt bergen für die Polizisten ein grosses Gefahrenpotential, da starke Emotionen die Situation unberechenbar machen.»

  • Benno Annen, Oberstaatsanwalt Kanton Schwyz

    Benno Annen, Oberstaatsanwalt Kanton Schwyz

    «Im Kanton Schwyz hatten wir innert zweier Jahren drei schwere Fälle häuslicher Gewalt mit insgesamt fünf Toten. Nach dem Fall Schübelbach, wo eine Frau von ihrem Mann getötet wurde, haben wir sofortige Massnahmen eingeleitet. Wir müssen die Risiko-Beurteilung verbessern und unsere Leute schulen.»

  • Andrea Wechlin, Frauenhaus Luzern

    Andrea Wechlin, Frauenhaus Luzern

    «Wenn eine Frau Angst um ihr Leben hat, dann ist das ein Warnsignal, das man nicht ernst genug nehmen kann. Für Aussenstehende ist es oft nicht einfach zu verstehen, wie die Dynamik in solchen Beziehungen funktioniert. Speziell dann, wenn sich die Opfer anders verhalten, als man das von aussen empfehlen würde.»